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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen auch ca. 35 Jahre alte Regale mit den zulässigen Fach- und Feldlasten gekennzeichnet werden?

KomNet Dialog 6672

Stand: 15.05.2008

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Lager, Lagerung

Dialog
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Frage:

Die BGR 234 fordert die Kennzeichnung von Fach- und Feldlasten an Regalen. Was ist, wenn diese Regale als `Eigenbau` vor ca. 35 Jahren gebaut wurden?

Antwort:

Für alle Lagereinrichtungen gilt: Sie müssen nach den geltenden Bestimmungen aufgebaut, ausgerüstet und betrieben werden. Hierzu ist die vom Hersteller mitgelieferte Aufbau- und Betriebsanleitung heranzuziehen. Nachzulesen sind die Anforderungen an Regale in der BG-Regel "Lagereinrichtungen und -geräte" (BGR 234).

Die Anforderungen der BGR 234 sind ab Oktober 1988 anzuwenden; bitte beachten Sie insofern die Ausführungen zum "Zeitpunkt der Anwendung" unter Ziffer 7 der BGR 234.
Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) hat der Arbeitgeber zu ermitteln, in wie weit das Arbeitsmittel (hier Regal) den Anforderungen an Sicherheit- und Gesundheitsschutz für Arbeitnehmer sicherstellt. Die Anforderungen aus Anhang 1 der BetrSichV bieten dem Arbeitgeber für alte Arbeitsmittel eine geeignete Hilfestellung um eine Bewertung vorzunehmen.

Auf die Vorbemerkung Anhang 1 Nummer 1 Buchstabe b BetrSichV wird hingewiesen; die besagt, dass die grundlegenden Anforderungen für neue Arbeitsmittel zur Erfüllung der Mindestvorschriften des Anhangs 1 nicht in vollem Umfang umgesetzt werden müssen, wenn
a) der Arbeitgeber eine andere, ebenso wirksame Maßnahme trifft, oder
b) die Einhaltung der Anforderungen im Einzelfall zu einer unverhältnismäßigen Härte führen würde und die Abweichung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist.

Hinweis: Der Arbeitgeber kann bei Beachtung der in den BG-Regeln enthaltenen Empfehlungen, insbesondere den beispielhaften Lösungsmöglichkeiten, davon ausgehen, dass er damit geeignete Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren getroffen hat. Wendet er andere Lösungen an, hat er bei Bedarf den Nachweis zu erbringen, wie er die gleiche Sicherheit und Gesundheitsschutz der Beschäftigten erreicht hat.