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KomNet-Wissensdatenbank

Ist bekannt, welche Auswirkungen magnetische Schilder auf die Gesundheit der Mitarbeiter bzw. technische Geräte haben können?

KomNet Dialog 6634

Stand: 04.11.2008

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > elektromagnetische Strahlung / Felder

Dialog
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Frage:

Nachdem den Mitarbeitern Namensschilder mit Magneten zur Verfügung gestellt wurden, sind bereits Störungen bei Zeiterfassungskarten und Computern aufgetreten, inzwischen wurden auch Mitarbeiter mit Herzschrittmachern gewarnt. Ist bekannt, welche Auswirkungen diese Magnete auf die Gesundheit der Mitarbeiter bzw. weitere technische Geräte haben können? Welche konkrete gesetzliche Vorschrift sollte hier zur Anwendung kommen?

Antwort:

Eine Wirkung statischer Magnetfelder, wie sie bei entsprechenden magnetischen Namensschildern zu erwarten ist, auf biologisches Gewebe ist bisher wissenschaftlich nicht bewiesen. D. h. es sind auch keine negativen Auswirkungen zu erwarten. Anders verhält es sich mit der Wirkung auf elektronische Geräte. Hier kann es zu Störungen kommen. Die beobachteten Effekte sind von daher erklärbar. Herzschrittmacher (HSM) sind in diesem Sinne elektronische Geräte.
Nach der GUV-Regel GUV-R B 11 (Elektromagnetische Felder), Ausgabe Juli 2002 sollten Bereiche mit Werten der magnetischen Flussdichte oberhalb von 0,7 mT gegen den Zutritt von Personen mit Herzschrittmachern gesichert werden. Permanent-Magnete (diese werden wohl für die Namensschilder verwendet) haben ein statisches Magnetfeld. Die Größe der magnetichen Flussdichte hängt stark von der Entfernung zum Magneten ab. Nun können diese Magnete relativ nah zum Herzschrittmacher befestigt werden. Es muss also sichergestellt werden, dass eine sichere Mindestentfernung zwischen dem Magneten und dem HSM eingehalten wird.
Inwieweit der individuelle HSM überhaupt störanfällig ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab:
1) Alter des Gerätes: In den letzten Jahren wurden weitgehend störunanfällige Geräte entwickelt und eingesetzt. Nur ältere Geräte sind kritisch. Hier ist in Zusammenarbeit von Betriebsärztin/-arzt und dem/der behandelnden Kardiologin/en festzulegen, ob besondere Maßnahmen erforderlich sind.
2) Art des Gerätes: Hier gibt es inzwischen eine Vielzahl unterschiedlicher Typen, die je nach Grunderkrankung ausgewählt werden. Sie sind unterschiedlich störanfällig bzw. eine Störung hat unterschiedlich schwere Folgen. Auch hier sollten die o. g. Ärztinnen/Ärzte eingeschaltet werden.
Generell sollten solche Fragen zunächst im Sinne des Arbeitssicherheitsgesetzes und des Arbeitsschutzgesetzes innerbetrieblich mit den Verantwortlichen und ggf. den Betroffenen besprochen werden, da die konkreten Gegebenheiten vor Ort für die Beurteilung wichtig sind.