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KomNet-Wissensdatenbank

Bestehen Bedenken zum Einsatz von Zinkwälzschlacke aus der Sicht des Arbeitnehmerschutzes?

KomNet Dialog 6619

Stand: 04.11.2008

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Sonstige Verwendungsverbote

Dialog
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Frage:

Im Straßenbau soll als Baustoffzusatz Zinkwälzschlacke zum Einsatz kommen. Diese Schlacke soll bis 8 % aus Schwermetallen, wie Zink, Arsen, Blei, Cadmium, Nickel, Crom VI, Quecksilber enthalten. Bestehen Bedenken zum Einsatz von Zinkwälzschlacke aus der Sicht des Arbeitnehmerschutzes (z.B. Gefahrstoffrecht, Strahlenschutz)? Welche konkreten Arbeitsschutzmaßnahmen sind erforderlich, wenn Zinkwälzschlacke zum Einsatz kommt?

Antwort:

Zu Tätigkeiten mit Gefahrstoffen:
Anhang IV der Gefahrstoffverordnung befasst sich mit Herstellungs- und Verwendungsverboten. Die Stoffe Arsen, Quecksilber und Cadmium sind dort direkt angesprochen. Herstellungs- oder Verwendungsverbote im Zusammenhang mit dem Einsatz als Bauzusatzstoff im Straßenbau sind dort nicht aufgeführt. Gleiches gilt für die Chemikalienverbotsverordnung. Grundsätzlich ist zu ermitteln, aus welchen Gefahrstoffen in welchen Konzentrationen Zinkwälzschlacke besteht, um eine Einstufung des Gefahrstoffes nach der Zubereitungsrichtline (Richtline 1999/45/EG) vornehmen um die Kennzeichnung festlegen zu können. Die zu treffenden Schutzmaßnahmen sind dann entsprechend der Gefahrstoffverordnung festzulegen und in ein Sicherheitsdatenblatt aufzunehmen. Wenn die Einstufung zum Ergebnis hat, dass die Zinkwälzschlacke ein Gefahrstoff ist, so ist vor jeder Tätigkeit mit der Schlacke eine schriftlich zu dokumentierende Gefährdunsbeurteilung zu erstellen, aus der die festgelegten und ergriffenen Schutzmaßnahmen hervorgehen. Anhand von Betriebsanweisungen sind die Beschäftigten mündlich zu unterweisen. Die Unterweisungen sollten u.a. Informationen über die Gefahren, die von den verwendeten Gefahrstoffen ausgehen und die zu treffenden Schutzmaßnahmen beinhalten.

Zum Strahlenschutz:
Die Grenzwerte der spezifischen Aktivität nach Anlage III StrlSchV für diese Isotope in der Schlacke sind deutlich unterschritten. Zugrundegelegt wurden die Messwerte, die durch die Nichteisen-Metallindustrie ermittelt wurden. Die Veröffentlichung erfolgte im Report des Forschungsinstitutes der Forschungsgemeinschaft Eisenhüttenschlacken e.V., Duisburg von Dezember 2000 (Ausgabe 7.Jahrgang Nr.2). Die spezifischen Aktivitäten der Schlacke liegen unter den Grenzwert der StrlSchV sowohl in der Einzelkonzentration der Nuklide als auch unter der Summenbildung. Die Schutzvorschriften der Strahlenschutzverordnung greifen bei der Verarbeitung und Lagerung der Zinkwälzschlacke nicht. Strahlenschutzmaßnahmen sind nicht erforderlich.