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KomNet-Wissensdatenbank

Muss in Kraftfahrzeugen bei Überschreitung des zulässigen Lärmpegels 80 dB(A) Gehörschutz getragen werden?

KomNet Dialog 6616

Stand: 27.06.2013

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Lärm > Lärmminderungsmaßnahmen, Schutzmaßnahmen

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Frage:

Muß in Kraftfahrzeugen bei Überschreitung des zulässigen Lärmpegels 80 db(A) Gehörschutz getragen werden.

Antwort:

Gehörschutz muss entsprechend der LärmVibrationsArbSchV ab 85 dB eingesetzt werden. Ab 80 dB besteht die Empfehlung Gehörschutz zu verwenden (§ 8 i.V.m. § 6 LärmVibrationsArbSchV).
Nur in Ausnahmefällen ist in Fahrzeugen mit Pegeln über 85 dB zu rechnen (Baufahrzeuge). Bei Einsatz von Gehörschützern im öffentlichen Straßenverkehr muss die Hörbarkeit von akustischen Verkehrssignalen beachtet werden!
Es gibt spezielle Gehörschützer für Fahrzeugführer. Diese dürfen im Straßenverkehr von Fahrzeugführern verwendet werden, weil Warngeräusche ausreichend wahrgenommen werden.

Das BIA hat sich ausführlich mit diesem Thema beschäftigt und kommt zu diesem Arbeitsergebnis.  
Die berufsgenossenschaftliche Information BGI 673 Empfehlungen zur Benutzung von Gehörschützern durch Fahrzeugführer bei der Teilnahme am öffentlichen Straßenverkehr gibt weitere Informationen zum Thema.

Weiter gibt es eine Ausarbeitung:  "Lärmarbeitsplätze in und auf Fahrzeugen im öffentlichen Straßenverkehr", den Sie im Internet unter der folgenden URL finden: http://www.dguv.de/ifa/de/pub/rep/rep02/biar0597/index.jsp . Es handelt sich um den BIA Report 5/97.

Es kann davon ausgegangen werden, dass die im Straßenverkehr zugelassenen Gehörschützer eine Lösung Ihres Arbeitsschutzproblems darstellen.

Laut Straßenverkehrsordnung (§ 23 Abs. 1) ist jeder Fahrzeuglenker dazu verpflichtet, seine Aufmerksamkeit für die Umwelt nicht einzuschränken, um Warnsignale ausreichend wahrnehmen zu können. Zu laute Musik oder falsche Gehörschützer können eine Ordnungswidrigkeit darstellen.