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KomNet-Wissensdatenbank

Kann eine befähigte Person zur Prüfung von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebebetrieb auch andere Prüfungen durchführen?

KomNet Dialog 6613

Stand: 04.11.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfende Personen und Institutionen

Dialog
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Frage:

Wir bildeten eine befähigte Person zur Prüfung von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebebetrieb gem. BGR 500 Kap. 2.8 aus. 1.Ist es vertretbar, dass die befähigte Person mit dieser Sachkunde auch Anbaugeräte eines Flurförderzeuges, wie z.B. Kippmulden, Mülltonnenkipper, Fahrkörbe, Flaschentransportwagen, etc. prüfen könnte. 2.Wie ist zu verfahren, wenn bzgl. der Anbaugeräte entsprechende Kenndaten nach Pkt. 3.4 des Kap. 2.8 der BGR 500 für die Prüfung fehlen? Gibt es hier praktikable Möglichkeiten, so dass die entsprechenden Geräte nicht gleich der Verschrottung zugeführt werden müssten ?

Antwort:

1) Ob eine befähigte Person,  die die Ausbildung zur Prüfung von Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebebetrieb erfolgreich abgeschlossen hat, auch die Anbaugeräte prüfen kann, hängt in erster Linie von den Schulungsinhalten ab. In der Regel werden Anbaugeräte für Flurförderzeuge nicht Inhalt der Schulung Lastaufnahmeeinrichtungen gewesen sein, so dass die Befähigung nicht für diese Arbeitsmittel gilt.

Die maßgeblichen Vorschriften und Regeln für den Betrieb von Lastaufnahmeeinrichtung sind neben der Betriebssicherheitsverordnung (z.B. Anhang 1 und 2) die:
BGI 556 "Anschläger",
BGR 500, Kapitel 2.8 der „Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebezeugbetrieb"

2) Für Altgeräte, deren Kenndaten nach Pkt. 3.4 des Kap. 2.8 der BGR 500 für die Prüfung nicht zur Verfügung stehen, könnte der Unternehmer in Absprache mit einem Sachverständigen eine entsprechende Prüfungsliste erstellen.

Hinweis: Anbaugeräte an Flurförderzeugen sind in die wiederkehrende Prüfung nach  BGV D 27 - Flurförderzeuge einzubeziehen. § 37 Abs. 1 BGV D 27 bestimmt, dass der Unternehmer dafür zu sorgen hat, dass Flurförderzeuge, ihre Anbaugeräte sowie die nach dieser Unfallverhütungsvorschrift für den Betrieb von Flurförderzeugen in Schmalgängen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen geprüft werden müssen. Die Durchführungsanweisung (DA) zu § 37 führt explizit aus, dass diese Forderung auch Anbaugeräte mit einschließt, die nicht fester Bestandteil des Flurförderzeuges sind. Hinsichtlich der Prüfung von Flurförderzeugen siehe auch den zurückgezogenen BG-Grundsatz "Prüfung von Flurförderzeugen" (BGG 918). Unter Ziffer 3 des Anhangs 1 zur BetrSichV sind zusätzliche Mindestvorschriften für Flurförderzeuge aufgeführt.