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KomNet-Wissensdatenbank

Fragen zur Benutzung und Prüfung von PSA gegen Absturz, insbesondere Rundschlingen und Hebebändern.

KomNet Dialog 6606

Stand: 04.10.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Benutzung von PSA

Dialog
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Frage:

Die BGR 198 fordert für die wiederkehrende Prüfung der PSA gegen Absturz, dass diese nur durch eine entsprechend befähigte Person bzw. einem entsprechenden Sachkundigen durchgeführt werden darf. 1.Frage: Darf eine entsprechend ausgebildete Person auch die Prüfung von Rundschlingen oder Hebebändern durchführen? Die Prüfungen von Bandschlingen sind vom Prinzip her vergleichbar. 2. Frage: Gibt es eine alterungsbedingte Ablegereife für Rundschlingen oder Hebebänder? 3. Frage: Spricht etwas dagegen, dass sich Personen, die mit PSA gegen Absturz ausgerüstet sind, an einer Rundschlinge anschlagen, obwohl diese im eigentlichen Sinne keine PSA gegen Absturz darstellt? 4. Frage: Dürfen Helme (hier: PSA gegen Absturz) auch von einer befähigten Person gem BGR 198 geprüft werden, obwohl die Helme bei dem entsprechenden Sachkundelehrgang nicht behandelt wurden ? 5. Frage: Darf eine Schleifkorbtrage für Rettungseinsätze von einer Befähigten Person für PSA gegen ABsturz geprüft werden, obwohl eine solche Trage bei dem Sachkundelehrgang nicht behandelt wurde?

Antwort:

Schutzausrüstung gegen Absturz unterliegt als persönliche Schutzausrüstung im Betrieb u.a. den Regelungen der Persönliche Schutzausrüstungen - Benutzungsverordnung (PSA-BV) und dem vierten Abschnitt der UVV BGV A 1"Grundsätze der Prävention".

Die PSA BV fordert für Schutzausrüstung, dass Wartungs-, Reparatur- und Ersatzmaßnahmen durch den Arbeitgeber durchgeführt werden. Er trägt dafür Sorge, dass die PSA während der gesamten Benutzungsdauer gut funktioniert. Dies kann z.B. durch eine geeignete Prüfung sichergestellt werden.

Die Betriebssicherheitsverordnung ist in der Regel für PSA nicht anzuwenden, da PSA kein Arbeitsmittel im Sinne der BetrSichV darstellt. Vergleiche dazu die LASI-Leitlinie zur BetrSichV LV 35 Nr. A 2.2.

Die Prüfvorgaben ergeben sich aus der PSA BV und den berufsgenossenschaftlichen Regeln (z.B. BGR 198) und BG-Informationen. Nach der BGR 198 sollen die Prüfungen von PSA gegen Absturz durch einen Sachkundigen durchgeführt werden. Der Begriff "befähigte Person" ist durch die Betriebssicherheitsverordnung belegt und sollte in dem Zusammenhang nicht verwendet werden.

Zu 1):
Die Ausbildung zum Sachkundigen für PSA gegen Absturz (gA) ist eine zweitägige Veranstaltung, deren Inhalte in der BGG 906 festgelegt sind. Diese beinhalten keine Hebebänder oder Lastanschlagmittel.

Durch die Produktähnlichkeit könnte ein Sachkundiger für PSA gA als "befähigte Person" für Hebebänder durchaus geeignet sein, wobei hier allerdings nur die arbeitssichere Beurteilung des Produktes im Vordergrund steht.

Zu 2):
Nach BGI 556 "Anschläger" (Kapitel 23):
Hebebänder aus Chemiefasern müssen licht- und wärmestabilisiert sein. Diese Forderung der Unfallverhütungsvorschrift ist Stand der Technik, so dass eine Vorschrift über das Ablegen aufgrund der Alterung nicht mehr in DIN EN 1492-1 Hebebänder aus Chemiefasern aufgenommen ist.

zu 3):
Aus praktischen Gesichtspunkten spricht nichts dagegen, sollte aber nur in Ausnahmefällen angewandt werden. Alle Hersteller von PSA gA bieten spezielle geprüfte und zugelassene Anschlagbänder an. Diese sind i.d.R. nach DIN-EN 354 und DIN-EN 795 geprüft.

Zu 4) und 5):
Da diese Produkte nicht zur PSA gA gehören und auch nicht in einer entsprechenden Ausbildung behandelt werden, dürfen diese auch nicht geprüft werden. Schutzhelme unterliegen als persönliche Schutzausrüstung im Betrieb u.a. den Regelungen der PSA-BV. Konkretisiert werden die Anforderunge an Schutzhelme als Kopfschutz in der BGR 193 "Benutzung von Kopfschutz".  Schleifkörbe sind entweder PSA zum Retten oder sogar unter die Norm für hochziebare Personenaufnahmemittel zu sehen.