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KomNet-Wissensdatenbank

Wie groß dürfen Druckdifferenzen beim Befüllen druckloser Behältertanks werden?

KomNet Dialog 6559

Stand: 01.10.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Druckbehälter > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (1.1.4)

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Frage:

Wir verwenden Behälter (Tanks) für den drucklosen Betrieb. Bei Befüll- und Entleervorgängen treten jedoch Druckdifferenzen auf. Sie sind von der Befüll-/Entleergeschwindigkeit abhängig. Wie groß dürfen diese Druckdifferenzen sein?

Antwort:

Das Druckbehälterrecht greift sowohl in Bezug auf die Beschaffenheit als auch auf den Betrieb ab einem Überdruck von 0,5 bar über dem Umgebungsdruck. Unterhalb dieses Wertes kann man davon ausgehen, dass allein die notwendige statische Stabilität ausreicht, eine Beschädigung zu verhindern.

Beim Befüllen ist also darauf zu achten, dass das verdrängte Luftvolumen hinreichend schnell entweichen kann, d. h. es muss eine hinreichend große Öffnung an dem Tank/Behälter vorhanden sein.

Kritisch ist das Entleeren von Tanks / Behältern. Die Stabilität gegen Unterdruck ist oft sehr gering. Hier ist also unbedingt darauf zu achten, dass die notwendige Menge an Luft nachströmen kann. Sind dazu Unterdruck-Sicherheitsventile im Einsatz, so ist darauf zu achten, dass diese nicht verkleben und dadurch unwirksam werden. Von Seiten des Druckgeräterechtes werden die Gefahren durch Unterdruck nicht besonders betrachtet. Dies bedeutet: Es ist Sache des Herstellers bzw. des Arbeitgebers, diese Gefahren zu erkennen und zu bewerten. Der Hersteller muss darauf in der mitzuliefernden Betriebsanleitung eingehen; und der Arbeitgeber muss in seiner Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz, an dem die Behälter/Tanks entleert werden, ermitteln, wie den Gefahren durch Unterdruck begegnet wird.