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KomNet-Wissensdatenbank

Gibt es eine Bestimmung, welche Stillstandzeit im Automatikbetrieb zulässig ist?

KomNet Dialog 6536

Stand: 04.09.2008

Kategorie: Sichere Produkte > Beschaffenheit von Arbeitsmitteln / Einrichtungen > Allgemeine Beschaffenheitsanforderungen

Dialog
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Frage:

Definition Automatikbetrieb.In einer verketteten Anlage laufen mehrere Produktionszyklen hintereinander ab. Kommt es im vorhergehenden Zyklus zu einem Fehler, so bleibt der folgende Zyklus ebenso stehen bis der Fehler automatisch behoben ist. Der Stillstand kann im Regelbetrieb bis zu 20 s dauern. Anschließend läuft der Zyklus automatisch an. In diesen 20 s besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter in die Maschine greifen, da sie davon ausgehn, dass sie stillsteht und nicht im Automatikbetrieb fährt. Gibt es eine Bestimmung, welche Stillstandzeit im Automatikbetrieb zulässig ist?

Antwort:

Gemäß Anhang I der Maschinenrichtlinie 98/37/EG wird unter Pkt. 1.2.3 "Ingangsetzen" gefordert, dass eine Maschine nur durch absichtliche Betätigung einer hierfür vorgesehene Befehlseinrichtung möglich sein darf.
Das gilt auch für das Wiederingangsetzen nach einem Stillstand, ungeachtet der Ursache für diesen Stillstand, sofern dieses Wiederingangsetzen des Betriebszustandes für die gefährdeten Personen nicht völlig gefahrlos erfolgt.
Diese grundlegende Anforderung gilt nicht für das Wiederingangsetzen bei der normalen Befehlsabfolge im Automatikbetrieb. Hier ist jedoch sicherzustellen, dass das automatische Ingangsetzen erst dann erfolgt, wenn die Sicherheitsbedingungen erfüllt sind.
Grundsätzlich ist aufgrund der Betriebssicherheitsverordnung vom Arbeitgeber in der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln, welche Gefahren sich durch den Standby-Betrieb ergeben, da ein automatischer Wiederanlauf möglich ist.