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KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist ein Konformitätsbewertungsverfahren bei der Integration eines Druckgerätes der Kategorie III in eine Anlage durchzuführen?

KomNet Dialog 6471

Stand: 01.09.2008

Kategorie: Sichere Produkte > Inverkehrbringen und Kennzeichnung > Konformitätserklärung, Einbauerklärung

Dialog
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Frage:

Integration eines Druckgerätes der Kategorie III in eine Anlage, hier: Vorgehensweise bei Konformitätsbewertung der Anlage gemäß Maschinenrichtlinie. Eine Anlage bestehend aus Druckbehälter, in dem ein Rührer das gewünschte Produkt mischt, das durch einen Bodenauslass über eine Inline-Dispergiermaschine weiterbearbeitet wird. Ggf. wird das Produkt über Umlaufleitungen in den Behälter zurück geführt. Nun ist die Frage, was muss die CE-Konformitätserklärung der Gesamtanlage enthalten: Richtlinien MRL, Druckgeräterichtlinie, EMV, Niederspannungsrichtlinie etc.? Welche weiteren Daten hinsichtlich Druckgeräterichtlinie, z. B. Behälter Kategorie III, Konformitätsbewertungsverfahren nach Modul B+C1 durchgeführt müssen angegeben werden? Kann der Hersteller das Konformitätsbewertungsverfahren selbst durchführen, muss dies durch eine benannte Stelle erfolgen?

Antwort:

Die Richtlinien 98/37/EG (Maschinerichtlinie) und 97/23/EG (Druckgeräterichtlinie) sehen unterschiedliche Konformitätsbewertungsverfahren vor. Demnach sind auch getrennte Konformitätsbewertungsverfahren erforderlich.
Für den Druckbehälter ist das Konformitätsbewertungsverfahren entsprechend der Richtlinie 97/23/EG durchzuführen.
Bei der Anwendung des Moduls B nach Anhang II der RL 97/23/EG ist somit im Rahmen der EG-Baumusterprüfung des Druckbehälters die benannte Stelle entsprechend der Vorgaben des Moduls B einzubeziehen. Nach Modul C1 des Anhang II der RL 97/23/EG (Konformität mit der Bauart) versieht der Hersteller des Druckbehälters u.a. diesen mit der CE-Kennzeichnung nach Anhang VI der RL 97/23/EG und der Kennnummer der benannten Stelle. Auch stellt er für diesen Druckbehälter eine Konformitätserklärung nach Maßgabe des Anhangs VII der RL 97/23/EG aus.

Die Maschine, in der der Druckbehälter anschließend eingebaut ist, unterliegt dem Konformitätsbewertungsverfahren nach der RL 98/37/EG. Da es sich um eine Maschine handelt, die nicht im Anhang IV der RL 98/37/EG aufgeführt ist, ist im Rahmen dieses Konformitätsbewertungsverfahrens die Einbindung einer benannten Stelle nicht erforderlich.
Im Rahmen dieses Verfahrens sind die von dem Druckbehälter selbst ausgehenden Gefährdungen nicht mehr zu betrachten. Dies ist bereits im Rahmen des Konformitätsbewertungsverfahrens nach der RL 97/23/EG geschehen. Gleichwohl sind die Schnittstellen „Druckbehälter/Maschine“ zu bewerten.

Nach Durchführung des Konformitätsbewertungsverfahrens entsprechend der RL 98/37/EG bringt der Hersteller der Maschine die CE-Kennzeichnung nach Anhang III der RL 98/37/EG auf der Maschine an und stellt eine Konformitätserklärung nach Anhang II A der RL 98/37/EG aus. Aus dieser Konformitätserklärung geht dann hervor, dass auch die EMV-Richtlinie sowie die Niederspannungsrichtlinie 2006/95/EG (früher 73/23/EWG) berücksichtigt wurden.

Auf die Richtlinie 2006/42/EG (neue Maschinenrichtlinie), die noch nicht in nationales Recht umgesetzt ist, wird hingewiesen.