Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Ist ein Kranabseilgerät zur Sicherung gegen Absturz bei der Befüllung von Kesselwagen erlaubt?.

KomNet Dialog 6422

Stand: 11.12.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

Dialog
Favorit

Frage:

Zur Sicherung gegen Absturz bei der Befüllung von Kesselwagen trägt der Mitarbeiter PSA gegen Absturz. Zum Einsatz kommt ein Kranabseilgerät nach DIN EN 341 um den zweiten Mann zur Sicherung einsparen zu können. Ist das so erlaubt, dass ein Rettungsgerät als permannentes Arbeitsgerät genutzt wird? Laut Hersteller darf das Gerät nur zur Rettung von Personen eingesetzt werden.

Antwort:

Der Hersteller einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) ist nach § 3 Abs.1 Nr.3 der achten Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) verpflichtet, der PSA eine schriftliche Information in deutscher Sprache beizufügen. Im Anhang II Nr. 1.4 der Richtlinie über das Inverkehrbringen von PSA ist der Inhalt dieser schriftlichen Information vorgeschrieben. Damit muss der Hersteller u.a. Anweisungen über Lagerung, Gebrauch, Reinigung etc. bekannt geben. Wenn also der Hersteller darauf hinweist, dass die PSA nur zur Rettung von Personen eigesetzt werden darf, dann darf diese nicht für die kontinuierliche Durchführung irgendwelcher Arbeiten eingesetzt werden.

Zur Hilfestellung bei der Umsetzung der staatlichen Arbeitsschutzvorschriften hat der Träger der Unfallversicherung BG-Regeln erstellt. Nach Nr. 4 der BGR 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz" hat der Unternehmer eine Gefährdungsermittlung durchzuführen. Unter der Nr. 6.1.1 der BGR 198 bildet die Grundlage für die bestimmungsgemäße Benutzung der persönlichen Schutzausrüstung gegen Absurz die Gebrauchsanleitung des Herstellers und die Betrisbanweisung des Unternehmers. In dem vorliegenden Fall macht der Hersteller eine klare Aussage über die bestimmungsgemäße Verwendung der PSA. Danach darf diese nur zur Rettung von Personen einsetzt werden und nicht bei der Durchführung von kontinuierliche Arbeiten.

Hinweis: Nach § 8 der BGV A 1 "Grundsätze der Prävention"  darf eine gefährliche Arbeit nicht von einer Person allein ausgeführt werden (z.B. Arbeiten mit Absturzgefahr und Arbeiten in gasgefährdeten Bereichen; vergl. auch Nr. 2.7.1 und 2.7.2. der  BGR A1 "Grundsätze der Prävention").