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Wie ist ein Arbeitsbereich im Sinne des § 11 Absatz 4 der Gefahrstoffverordnung zu definieren?

KomNet Dialog 6421

Stand: 01.02.2008

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Gefährdungen > Gefährdungen durch bestimmte Stoffe / Zubereitungen

Dialog
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Frage:

Wie ist ein Arbeitsbereich im Sinne § 11 Abs. 4 Gefahrstoffverordnung zu definieren? Darf absaugte, mit kanzerogenen Stoffe belastete Luft in einen anderen ebenfalls so belasteten Bereich geführt werden, wenn dort sich Beschäftigte weniger als 2h aufhalten und ohnehin Atemschutz tragen?

Antwort:

Der Arbeitsbereich ist der zu beurteilende räumlich oder organisatorisch begrenzte Teil eines Betriebes. Dieser kann einen oder mehrere Arbeitsplätze umfassen. Er beinhaltet i.d.R. die Arbeitsflächen, die Benutzerflächen und alle dem unmittelbaren Fortgang der Arbeit dienenden Lagerflächen. Der Arbeitsbereich ist im Rahmen der durchzuführenden Gefährdungsbeurteilung festzulegen.

Nach § 11 Absatz 4 der Gefahrstoffverordnung darf aus Arbeitsbereichen, in denen Tätigkeiten mit krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fruchtbarkeitsgefährdenden Stoffen der Kategorie 1 oder 2 durchgeführt werden, abgesaugte Luft nicht dorthin zurückgeführt werden, es sei denn, sie ist unter Anwendung behördlicher oder berufsgenossenschaftlich anerkannter Verfahren oder Geräte ausreichend von diesen Stoffen gereinigt. Die Luft muss dann so geführt oder gereinigt werden, dass krebserzeugende, erbgutverändernde oder fruchtbarkeitsgefährdende Stoffe nicht in die Atemluft anderer Beschäftigter gelangen.
Dies bedeutet, dass aus den v. g. Arbeitsbereichen abgesaugte Luft auch nicht in andere ähnlich belastete Bereiche geführt werden darf.

Da die Situationsbeschreibung vor Ort lediglich für eine grundsätzliche Beantwortung der Frage ausreicht, wird empfohlen, das Problem mit der zuständigen Aufsichtsbehörde im Detail zu klären.