Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Besteht eine Unterweisungspflicht bei Verwendung/Einsatz von LED-Stabtaschenlampen der Klasse 1 oder kann darauf verzichtet werden?

KomNet Dialog 6340

Stand: 11.12.2008

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > Laser

Dialog
Favorit

Frage:

Besteht eine Unterweisungspflicht bei Verwendung/Einsatz von LED-Stabtaschenlampen der Klasse 1 oder kann darauf verzichtet werden?

Antwort:

LED - Lampen können bei unsachgemäßer Verwendung Gesundheitsprobleme hervorrufen. Bereits in der Zeitschrift "Test" Ausgabe 1/ 2006 "Taschen- und Stirnlampen" können Sie auf Seite 79 lesen: "Deshalb gehören Hochleistungs-LED-Leuchten nicht in Kinderhände. Zu groß ist die Blendgefahr oder das Risiko von Augenschäden durch sehr langes gegenseitiges Anleuchten oder absichtliches langes Hineinstarren." Dort finden Sie auch den Hinweis, dass alle zwei Jahre mir einer Verdoppelung der Leistungsfähigkeit von LED-Lampen zu rechnen ist.
Aus Fachkreisen war zu erfahren, dass bereits 2006 einige LED-Lampen mit der damaligen Leistungsfähigkeit in der Nähe eines Klasse 2 Lasers gelegen haben.

In der BGI 5006 "Expositionsgrenzwerte für künstliche optische Strahlung" http://publikationen.dguv.de/dguv/pdf/10002/bgi5006.pdf können Sie im Anhang 5 nachlesen, wie eine vereinfachte Gefährdungsermittlung für LED durchgeführt werden kann. Dieser Weg ist kompliziert. Es ist daher vorzuziehen, nur eingestufte Qualitätsware zu kaufen.

Bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin finden Sie auf der folgenden Internetseite eine "Stellungnahme zur Risikobewertung von Lasern und LED": http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Optische-Strahlung/Stellungnahme.html__nnn=true .
Dort ist zu lesen, dass LED zur Zeit nach nach DIN EN 60825-1 "Sicherheit von Lasereinrichtungen, Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien", also den Regeln für Laser bewertet werden.
Die Anwendung von Laser-Regeln für LED ist sachlich nicht befriedigend. Deshalb wird z. Zt. darüber nachgedacht, für LED eigene Regelungen zu schaffen. Es gibt bisher keine festgelegten Methoden zur Messung der Leistungsfähigkeit von LED-Lampen. Das führt in der Praxis dazu, dass die Werte der einzelnen Hersteller sich bis um den Faktor fünf unterscheiden.
Damit ist ein praxistauglicher Vergleich unterschiedlicher Produkte derzeit noch nicht möglich.
Mit eigenen Regelungen für LED ist voraussichtlich erst in einigen Jahren zu rechnen.

Maßgebend für den sicheren Umgang mit LED-Lampen ist die Erklärung und Einstufung des Herstellers nach Laserklassen. Die Kennzeichnung der Laserklasse muß sich auf der Lampe befinden. Eine ausschließliche Kennzeichnung der Verpackung ist nicht ausreichend. Eine Einstufung in die Laserklasse 1 bedeutet: Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich (vergleichbar: CD-Player; CD-/DVD-Brenner mit geschlossenem Gehäuse).
Stuft der Hersteller seine Lampe in die Klasse 1 ein, ist keine gesonderte Unterweisung erforderlich. Für die richtige Einstufung ist der Hersteller verantwortlich. Bei Importprodukten trägt der Einführer diese Verantwortung.