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KomNet-Wissensdatenbank

Muss ein Hersteller in den USA den genauen Gewichtsanteil einer krebserzeugenden Komponente offenlegen bzw. ein Sicherheitsdatenblatt zur Verfügung stellen?

KomNet Dialog 6320

Stand: 10.09.2009

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Einstufung, Kennzeichnung, Sicherheitsdatenblatt > Sicherheitsdatenblatt

Dialog
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Frage:

Kauf einer Zubereitung mit einer krebserzeugenden Komponente aus den USA durch eine Firma mit Sitz in der EU: Muss der Hersteller in den USA den genauen Gewichtsanteil der krebserzeugenden Komponente offenlegen und muss er ein Sicherheitsdatenblatt nach EU-Recht in deutsch dem Käufer (Firma) zur Verfügung stellen? Die Firma importiert die Zubereitung in einer Menge unter einer Tonne pro Jahr. Ich ging daher davon aus, dass die Firma keine Registrierungspflicht hat!

Antwort:

Grundsätzlich ist jeder Hersteller oder Importeur nach Artikel 6 der REACH-Verordnung verpflichtet, Stoffe ab einer Tonne pro Jahr zu registrieren. Wenn jedoch der Hersteller nicht bereit ist, seine Rezeptur offen zulegen, kann der Importeur nicht erkennen, ob die von ihm importierten Stoffe (auch in Zubereitungen) bestimmte REACH-relevante Mengenschwellen überschreiten und eine Registrierung erforderlich ist.
Es besteht jedoch nach Artikel 8 Abs. 1 die Möglichkeit, dass der Hersteller eines Stoffes oder Zubereitung mit Sitz außerhalb der EU, in diesem Fall der USA, einen Alleinvertreter innerhalb der EU benennt. Diese Person seines Vertrauens erfüllt dann als alleiniger Vertreter die Verpflichtungen für Importeure. In diesem Fall gelten dann die eigentlichen Importeure als nachgeschaltete Anwender.
Der Alleinvertreter hat auch alle anderen Verpflichtungen für Importeure im Rahmen der REACH-Verordnung zu erfüllen. D.h., er muss über ausreichende Erfahrung im praktischen Umgang mit Stoffen, über Informationen über die Stoffe sowie die eingeführten Mengen und belieferten Kunden verfügen. Er hat auch die Aufgabe, Sicherheitsdatenblätter bereitzuhalten und zu aktualisieren. Entsprechend Artikel 31 Abs. 5 der REACH-Verordnung hat die Erstellung in der jeweiligen Landessprache (Amtssprache) zu erfolgen.
Wie bereits beschrieben, gilt REACH nur für Stoffe, die in Mengen ab einer Tonne/Jahr (je Hersteller oder Importeur) hergestellt oder importiert werden.
Für krebserzeugende Stoffe: Sofern der Stoff (der von Dritten registriert wurde) der Zulassung unterliegt und gemäß Artikel 56 in Anhang XIV aufgenommen wurde oder Beschränkungen gemäß Artikel 67 unterliegt, sind die Bestimmungen unabhängig von der Menge zu beachten.