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KomNet-Wissensdatenbank

Welche PSA ist beim Abpacken von Holzkohle nötig?

KomNet Dialog 6315

Stand: 04.01.2008

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Beschaffung und Bereitstellung von PSA

Dialog
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Frage:

In unserer Firma sollen zwei Mitarbeiter Holzkohle abpacken. Die Holzkohle läuft über ein Förderband und wird in Jutesäcke gefüllt. Diese werden verschlossen und gestapelt. Welche Schutzausrüstung -neben Staubmaske und Handschuhen- ist notwendig? Welche Anforderungen sind an die PSA zu stellen?

Antwort:

Holzkohle bzw. Holzkohlenstaub ist nicht kennzeichnungspflichtig nach EG-Kriterien. Wir gehen aber davon aus, dass es bei dem in der Frage beschriebenen Arbeitsverfahren zum Abfüllen der Holzkohle zu einer Staubentwicklung kommen wird.
Daher ist grundsätzlich im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung abzuklären, welche Maßnahmen zu Minimierung der Staubentwicklung getroffen werden können (z.B. Sprühnebel zum Niederschlagen des Staubes?) .

Für den Atemschutz wird ist es grundsätzlich ausreichend sein, bei den in der Frage beschriebenen Tätigkeiten eine partikelfiltrierende Halbmaske der Klasse FFP2 mit mittlerem Abscheidevermögen zu tragen (selbstverständlich sind auch Masken höheren Abscheidevermögens [Klasse FFP3] zulässig.)
Aber beachten: Das Tragen von belastender persönlicher Schutzausrüstung - und dazu zählen auch partikelfiltrierende Halbmasken - als ständige Maßnahme anstelle von technischen oder organisatorischen Maßnahmen ist nicht zulässig und darf keine dauernde Maßnahme sein (§ 9 Abs. 3 Gefahrstoffverordnung).

Zum Handschutz: Einfache Schutzhandschuhe gegen mechaniche Gefahren nach DIN EN 388, z. B. aus Leder, sind im beschriebenen Fall ausreichend.

Zur Kleidung: Ob Arbeitskleidung ausreichend ist oder ob Schutzkleidung getragen werden muss (z. B. Schutzjacken, -hosen und/oder -schürzen kann von hier nicht beurteilt werden. Dieses hängt von der Art der Handhabung der Jutesäcke sowie ggf. auch von deren Staubdichtigkeit ab. Zur Auswahl von Schutzkleidung s. auch BGR 189 Regeln für den Einsatz von Schutzkleidung.
Die Anwendung des allgemeinen Staubgrenzwertes (Ziffer 2.4 der TRGS 900) sollte mit dem Betriebsarzt erörtert werden.
Ob das Entstehen gefährlicher explosionsfähiger Atmosphäre bei dem beschriebenen Arbeitsverfahren von Bedeutung ist, sollte wie auch Brandschutzaspekte, ebenfalls in der Gefährdungsbeurteilung geklärt werden.