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KomNet-Wissensdatenbank

Können Magnetresonanztomographen Beschäftigte in der Nähe gefährden?

KomNet Dialog 6298

Stand: 11.12.2007

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > elektromagnetische Strahlung / Felder

Dialog
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Frage:

In unserer Klinik soll ein Magnetresonanztomograph mit einer Leistung von 3 Tesla installiert werden. Derartige Geräte findet man schon recht häufig, ihre Vorteile in der Medizin zur Tumorfrüherkennung u. ä. sind unumstritten und sehr segensreich. Allerdings sehen wir auch die Sicherheitsvorkehrungen, die getroffen werden müssen, damit die Geräte keine Störungen und Schäden an anderen Apparaten verursachen. Jetzt fragen wir uns freilich, ob denn diese starken Magnetfelder nicht doch auch längerfristige Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben könnten, insbesondere natürlich beim Personal, das da arbeiten wird?

Antwort:

Es handelt sich bei einem Magnetresonanztomograph (mangetische Flussdichte in diesem Fall 3 Tesla) um eine Anlage mit einem hohen statischen Magnetfeld. Um den Schutz der Beschäftigten zu gewährleisten, hat der Bundesverband der Unfallkassen (bzw. die Berufsgenossenschaft der Feinmechanik und Elektrotechnik) Regeln (GUV-R B11 (pdf) bzw. BGR B11) für solche Anlagen aufgstellt, mit denen sicheres Arbeiten mit solchen Anlagen ermöglicht wird.

Danach sind für solche Anlagen folgende Werte zugelassen:

Mittelwert über 8h (gemittelt über den ganzen Körper): 212 mT
Spitzenwert für Kopf und Rumpf: 2 T
Spitzenwert für Extremitäten: 5 T.

Bei diesen Werten muss (durch den Unternehmer) sichergestellt sein, dass Gefährdungen durch Kraftwirkungen des statischen Magnetfeldes verhindert sind.
Maßnahmen, die Gefährdungen verhindern, sind z. B. eine (automatische) Kontrolle der Personen und Materialien auf z. B. Metallteile oder die Benutzung nicht magnetischer Werkzeuge.

Im Folgenden weitere wichtige Regeln, die in der GUV-R B11 bzw. BGR B11 aufgeführt sind:
- Der Unternehmer hat Bereiche, in denen die o. g. Werte zur Anwendung kommen, gegen unbefugtes Betreten zu sichern.
- Der Unternehmer hat die Beschäftigten über die besondere Wirkung (z. B. Kraftwirkung) zu unterweisen.
- Der Unternehmer hat auf die besonderen Wirkungen und Gefährdungen durch Kennzeichnung hinzuweisen.
- Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass bei Beschäftigten mit aktiven oder passiven Körperhilfsmitteln sowie mit ferromagnetischen oder leitfähigen Fremdkörpern individuell über den Einsatz entschieden wird.

Zusatz: Für Personen mit Herzschrittmacher ist die Grenze des Aufenthaltsbereichs auf Basis des zulässigen Wertes von 0,7 mT festgelegt (Kennzeichnung des Bereichs). Für andere aktive Körperhilfsmittel ist in Abhängigkeit von deren Störempfindlichkeit eine Festlegung im Einzelfall zu treffen.
Der Unternehmer hat alle betroffenen Personen auf solche möglichen Gefährdungen hinzuweisen und eindeutige Zugangsregeln zu treffen sowie die Grenzen der zulässigen Aufenthaltsbereiche deutlich zu kennzeichnen.