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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen werden an die Lagerung und den Vertrieb von Nitromethan gestellt?

KomNet Dialog 6270

Stand: 01.12.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Wir werden demnächst Modellautos (RC-Autos) mit Verbrennungsmotoren vertreiben. Als Sprit wollen wir Nitromethan nutzen. Da es sich bei diesem Stoff um ein leicht entzündbares und giftiges Gemisch handelt, würden wir gerne in Erfahrung bringen, welche Vorkehrungen zur Lagerung und Vertrieb erforderlich sind und ob irgendwelche Schulungen für Mitarbeiter erforderlich sind?

Antwort:

Gemäß Anhang I der Richtlinie EWG 67/548 und dem Gefahrstoffinformationssystem der gewerblichen Berufsgenossenschaften (Gestis) ist Nitromethan (CAS 75-52-5) als gesundheitsschädlicher (Xn) und entzündlicher Stoff R 10 sowie R5 eingestuft und mit
Xn (gesundheitsschädlich) sowie
R 5 : Beim Erwärmen explosionsfähig
R 10: Entzündlich
R 22: Gesundheitsschädlich beim Verschlucken
S (2): Darf nicht in die Hände von Kindern gelangen
S 41: Explosions- und Brandgase nicht einatmen
zu kennzeichnen.
Die Konzentrationsgrenze für eine Kennzeichnung liegt in Zubereitungen bei größer/gleich 12,5 % (siehe auch SDB Nitromethan).

Möglicherweise sind der von Ihnen genutzten nitromethanhaltigen Zubereitung weitere Inhaltsstoffe beigefügt, die zu der Einstufung als leichtentzündlich geführt haben. Weitere Angaben können dem Sicherheitsdatenblatt entnommen werden.
Sollten laut Sicherheitsdatenblatt die von Ihnen genannten Einstufungskriterien zutreffen (leichtentzündliche Flüssigkeit), dann sind für die Lagerung die Lagerbedingungen der Technischen Regel für brennbare Flüssigkeiten –TRbF 20 "Läger" einzuhalten. Des Weiteren sind die Bestimmungen der Gefahrstoff-Verordnung - GefStoffV-, hier insbesondere hinsichtlich der Zugänglichkeit, der § 10 Absatz 3 der GefStoffV und hinsichtlich des Brand- und Explosionsschutzes, der Anhang I Nr. 1 der GefStoffV zu beachten. Die Regelungen des Anhanges III Nr. 1 werden durch die Einhaltung der Anforderungen aus der TRbF 20 erfüllt.
Für den Verkauf und die erforderliche Sachkunde der Mitarbeiter sind die Anforderungen aus den §§ 3 und 5 der Chemikalien-Verbots-Verordnung einzuhalten. Bezüglich der in NRW zu erfüllenden Rahmenbedingungen für das Inverkehrbringen im Einzelhandel sollte eine entsprechende Fragestellung direkt an die zuständige Kreisordnungsbehörde gerichtet werden.

Hinweis:
Beim labormäßigen Umgang ist die BGR 120 "Regeln für Sicherheit und Gesundheitsschutz Laboratorien" in die gemäß § 6 "Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung" der GefStoffV zu erstellende Gefährdungsbeurteilung einzubeziehen.