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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Anforderungen werden an die Personen gestellt, die Prüfvorgänge in Prüffeldern bei Spannungen von 24 V bis 725 V durchführen?

KomNet Dialog 6251

Stand: 21.08.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Unsere Mitarbeiter im Prüffeld führen ihre Arbeiten nach der EN60034 Teil 1 (Serienprüfung) durch. Bei diesen Prüfungen werden Spannungen von 24V bis 725 V für die Funktionsprüfung verwendet. Die Mitarbeiter werden nach Einlesen der Prüfdaten von der Prüfanlage automatisiert durch die Prüfung geführt. Bei der Adaptierung der Prüflinge mit der Anlage finden isolierte Schnellspannstecker Verwendung. Bei einzelnen Typen, wo dies nicht möglich ist, auch vereinzelt Krokodilklemmen. Bei Prüfstücken mit großen Strömen, werden die Prüfleitungen direkt an das Klemmenbrett angeschlossen. Lediglich bei der Isolationsprüfung -zur Feststellung von z.B. Phasen- bzw. Körperschlüssen- werden Spannungen von 2940 V (bei 30 mA) eingesetzt. Das Hochspannungsgerät ETL 36UH wird dafür eingesetzt. Hierzu haben wir folgende Fragen: 1. Welche Voraussetzungen sollte das Prüfpersonal mitbringen? 2. Reicht eine ergänzende Ausbildung für `nicht Elektroberufe` (z.B. Maschinenschlosser) als Elektrisch unterwiesene Personen (EUP) aus? 3. Ist eine Ausbildung als z.B. Kommunikationselektriker ausreichend ? 4. Welche weiteren Berufsgruppen sind noch dafür einsetzbar?

Antwort:

Sicherheitsanforderungen an Prüfanlagen werden z. B. in der VDE 0104 / DIN EN 50191 und der BGI 891 "Errichten und Betreiben von elektrischen Prüfanlagen" formuliert.

Gemäß der BGI  891 Nr. 4.2.1 dürfen in Prüfanlagen nur Elektrofachkräfte oder elektrotechnisch unterwiesene Personen arbeiten. In Prüffeldern, Versuchsfeldern und nichtstationären Prüfanlagen darf das Prüfpersonal nur unter der Aufsicht eines Arbeitsverantwortlichen arbeiten. Aufsicht bedeutet, dass der Arbeitsverantwortliche in der Nähe erreichbar sein muss (vergl. Nr. 4.2.2 der BGI 891).

Die Prüfanlage muss grundsätzlich unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft betrieben werden. Auch hierbei wird keine ständige Anwesenheit gefordert (Nr. 4.1.1 der BGI 891).

HInweise und Anforderungen zur Elektrofachkraft können sie den Dialogen der KomNet-Datenbank entnehmen. Erläuterungen über die erforderlichen Qualifikationen und die möglichen Tätigkeiten von elektrotechnisch unterwiesenem Personal finden sie in dem Dialog 1724 der KomNet-Datenbank. Weiter sind die Merkblätter M 36 und speziell M 37 der Berufsgenossenschaft für den Einzelhandel hilfreich (http://www.bge.de/asp/dms.asp?url=bge/inh_vors/merkblae.htm).