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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Schutzmaßnahmen müssen an Folienschweißanlagen getroffen werden?

KomNet Dialog 6247

Stand: 04.11.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Ich arbeite in der Werbetechnik und verschweiße Planen u.a. Meine Fragen betreffen daher auch speziell die verwendete Maschine. Sie arbeitet im Frequenzbereich von 27 MHz, die Beschäftigten tragen keinerlei Schutzkleidung vor elektromagnischer Strahlung; sie arbeiten über einen längeren Zeitraum - oft über 10 Stunden - in unmittelbarer Nähe (gerade auf Lendenhöhe). Seitens der Betriebsleitung wurden und werden keine regelmäßigen Sicherheits- und Warnveranstaltungen abgehalten. Wie kann diese Arbeit die Gesundheit schädigen und wie können wir Angestellten uns dagegen wehren, ohne mit Benachteiligungen rechnen zu müssen? An wen können wir uns wenden, um evtl. Messungen vornehmen zu lassen? Wer muss die Kosten dafür übernehmen?

Antwort:

Ob durch die Tätigkeit eine gesundheitliche Gefährdung für die Mitarbeiter entsteht, kann von hier nicht beurteilt werden, da Faktoren wie Maschinentyp, -hersteller etc., das Arbeitsverfahren und die Arbeitsumgebung nicht bekannt sind. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz hat der Unternehmer die Pflicht, jeden Arbeitsplatz bezüglich der Gefährdungen zu untersuchen und die Ergebnisse zu dokumentieren. Sollte in diesem Rahmen festgestellt werden, dass Messungen erforderlich sind, so sind diese durch den Unternehmer zu veranlassen.
Der Unternehmer hat seine Mitarbeiter im Umgang mit Maschinen und die möglichen Gefahren zu unterweisen ( § 12 Arbeitsschutzgesetz).

Informationen zu möglichen Gefahren beim Umgang mit der Maschine können Sie der Bedienungsanleitung der Maschine entnehmen oder beim Hersteller erfragen. Um die bei der Anlage erzeugten Gefährdungen durch den Arbeitgeber zu ermitteln, können Berechnungen oder Messungen durchgeführt werden. Wichtig sind dabei die Prozessbedingungen der Anlage. Weitere Informationen zu elektromagnetischen Feldern und Ansprechpartner für Messungen bietet das Bundesamt für Strahlenschutz unter http://www.bfs.de/elektro/faq/faq_emf.html an. Siehe auch die Informationen unter: http://www.bfs.de/de/elektro/nff/schutz/arbeitsschutz.html.

Als relevante Vorschriften für den Schutz der Beschäftigten sind neben dem Arbeitsschutzgesetz die Unfallverhütungsvorschrift BGV B11 "Elektromagnetische Felder" heranzuziehen. Bei elektromagnetischen Feldern ist der wirksamste Schutz der Abstand zur Quelle. Weiter können Abschirmungen durch leitfähige Materialien zu einem Schutz führen. Daneben können Aufenthaltsbeschränkungen im Expositionsbereich in Betracht gezogen werden.
Als erste Ansprechpartner im Betrieb stehen in der Regel die Fachkraft für Arbeitssicherheit, der Betriebsarzt oder die Personalvertretung (Betriebsrat) zur Verfügung. Das Arbeitsschutzgesetz verlangt vom Arbeitgeber eine Gefährdungsbeurteilung. Er muss dabei beurteilen, ob die zulässigen Werte eingehalten sind. Falls Ihr Arbeitgeber eine solche Gefährdungsbeurteilung nicht durchgeführt hat, können Sie sich an Ihre zuständige Arbeitsschutzbehörde (in NRW: die Arbeitsschutzdezernate der Bezirksregierungen) oder Ihre Berufsgenossenschaft (http://www.dguv.de/inhalt/BGuUK/index.html) wenden. Die Adressen der zuständigen Arbeitsschutzbehörden werden im Internet z.B. unter http://www.arbeitsschutz.nrw.de -> Arbeitsschutz in .... angeboten.