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KomNet-Wissensdatenbank

Dürfen eingebaute Holzmasten einer Freileitungsanlage zum Zwecke der Instandhaltung mit Karbolineum gestrichen werden?

KomNet Dialog 6165

Stand: 04.11.2011

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Sonstige Verwendungsverbote

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Frage:

Dürfen eingebaute Holzmasten einer Freileitungsanlage zum Zwecke der Instandhaltung mit Karbolineum gestrichen werden? a) bei teeröl-/steinkohleteergetränkten älteren Holzmasten, b) bei hochdruckimprägnierten Holzmasten.

Antwort:

Karbolineum ist eine aus Steinkohlenteer gewonnene braunrote, wasserunlösliche, teerartig riechende Flüssigkeit. Sie enthält u.a. Phenole, cyclische Stickstoffverbindungen, Anthrazen, Phenanthren und Naphthalin. Wegen seiner fäulnishemmenden und desinfizierenden Wirkung wird Karbolineum zur Konservierung von Eisenbahnschwellen, Telegrafenmasten, Pfählen, Mauern usw. verwendet (http://de.wikipedia.org/wiki/Teeröl).

Nach Anhang XVII der REACH-Verordnung (Nr. 31 c ff)  dürfen bestimmte Holzschutzmittel grundsätzlich nicht mehr bzw. nicht weiter verwendet werden. Das Verwendungsverbot gilt nicht für
"1. Erzeugnisse, die mit Holzschutzmitteln nach Nummer 13.2 behandelt wurden und ausschließlich für gewerbliche oder industrielle Zwecke verwendet werden (zum Beispiel Eisenbahnschwellen, Strom- und Telegrafenmasten, Zäune, Baumstützen für die Landwirtschaft, Rebpfähle, Spundwände für Häfen und Wasserwege) und
2. gebrauchte Erzeugnisse, die vor der Anwendung dieser Verordnung mit Holzschutzmitteln nach Nummer 13.1 Abs. 1 behandelt wurden, die nicht den Anforderungen der Nummer 13.2 entsprechen, sofern diese ausschließlich erneut als Eisenbahnschwellen oder Strom- und Telegrafenmasten oder für gewerbliche oder industrielle Zwecke anderer Art gemäß dem ursprünglichen Herstellungszweck wiederverwendet werden."

Entsprechend dem Abschnitt 17 im Anhang der Chemikalien-Verbotsverordnung dürfen solche Stoffe zu Holzschutzzwecken nur verwendet werden, wenn sie in geschlossenen Anlagen zu gewerblichen Zwecken für die Wiederbehandlung vor Ort hergestellt wurden und dabei einen Massengehalt von weniger als 50 mg/kg Benzo(a)pyren und 3% wasserlöslicher Phenole enthalten. Die verwendete Gebindegröße muss 20 l übersteigen.

Für die abschließende Beantwortung dieser Frage müsste also der Verwender in eigener Veranwortung die entsprechenden v. g. Massengehalte beim Hersteller ermitteln und dann in Abhängigkeit hiervon über die weitere Verwendung entscheiden. Informationen zu Holzschutzmitteln können Sie unter http://www.bfr.bund.de/de/a-z_index/holzschutzmittel-4532.html und http://www.holzfragen.de/seiten/chemie.html einsehen.