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Gibt es eine gesetzliche Grundlage, die das Entfernen von Wellasbestzementplatten fordert?

KomNet Dialog 6112

Stand: 25.10.2007

Kategorie: Chemische Belastungen und Beanspruchungen > Verwendungsverbote > Asbest

Dialog
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Frage:

Es geht hier um ein Vordach aus gewelltem Material, das laut einer Laboruntersuchung Asbest enthält. Gibt es eine gesetzliche Grundlage, nach der eine Entfernung notwendig ist?

Antwort:

In arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften, hier speziell Gefahrstoffverordnung und Arbeitsstättenverordnung, wird die Entsorgung von vorhandenen asbesthaltigen Erzeugnissen, wie z. B. asbesthaltige Wellasbestzementplatten (landläufig auch Eternitplatten genannt), nicht allgemein gefordert.

Der Umgang mit diesen asbesthaltigen Erzeugnissen ist aber nur im Rahmen von Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten gemäß Anhang II Nr. 1 der Gefahrstoffverordnung in Verbindung mit der TRGS 519 zulässig.
Baurechtlich richtet sich die Bewertung der Sanierungsbedürftigkeit von schwach gebundenen Asbestprodukten in Gebäuden nach der Asbest-Richtlinie (siehe auch http://www.duesseldorf.de/umweltamt/bauschadstoffe/asbest.shtml ). 

Bei Wellasbestzementplatten handelt es sich jedoch allgemein um Erzeugnisse mit festgebundenem Asbest, auf das die Asbestrichtlinie nicht unmittelbar anzuwenden ist. Daher besteht auch baurechtlich derzeit kein unmittelbares Entsorgungsgebot für Wellasbestzementplatten.