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KomNet-Wissensdatenbank

Darf ein Schuster nachträgliche Veränderungen an orthopädischen Sicherheitsschuhen vornehmen?

KomNet Dialog 6111

Stand: 04.11.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Individuell angepasste PSA

Dialog
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Frage:

Wir haben zwei Mitarbeiter mit Behinderung, für die die Sicherheitsschuhe angepasst werden müssen. Der Schuster lehnte jetzt den Auftrag mit der Begründung ab, dass nur der Hersteller den Schuh ändern darf, weil er sonst der DIN-Norm nicht mehr entspreche. Frage: Darf ein Schuster nachträgliche Veränderungen an orthopädischen Sicherheitsschuhen vornehmen?

Antwort:

Es ist zutreffend, dass orthopädische Schuhe oder Zurichtungen, die in Bereichen getragen werden sollen, in denen die Benutzung von Fußschutz erforderlich ist, auch die orthopädischen Schuhe oder Zurichtungen als Fußschutz hergestellt sein müssen. Fußschutz fällt unter die Achte Verordnung zum Geräte- und Produktsicherheitsgesetz (8. GPSGV) und ist der Kategorie II zugeordnet. Das heißt, dass auch für jeden orthopädischen Fußschutz eine EG-Baumusterprüfbescheinigung vorliegen muss. Erst auf dieser Grundlage ist derjenige, der die Produkte in den Verkehr bringt, berechtigt, die CE-Kennzeichnung anzubringen.
Wird ein Schutzschuh nachträglich geändert, muss eine erneute EG-Baumusterprüfbescheinigung ausgestellt werden.
Weitere Informationen werden unter Ziffer 4.2.2 Orthopädischer Fußschutz der BGR 191 angeboten.