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Ist Beryllium, das als Bestandteil von Rohren importiert wird, zu registrieren?

KomNet Dialog 6082

Stand: 15.09.2009

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Halbzeug (Rohr) aus Legierung CuBe2: Ist Beryllium, das als Bestandteil von Rohren importiert wird, zu registrieren? Wer muss vorregistrieren, der nachgeschaltete Anwender oder der Lieferant/Hersteller (aus einem Nicht-EU-Land)?

Antwort:

Beim Import aus Nicht-EU-Ländern ist der Importeur registrierungspflichtig; nicht der auswärtige Lieferant/Hersteller. Ausnahme: der Lieferant/Hersteller benennt einen Alleinvertreter nach Art. 8, der die Registrierung in seinem Namen durchführt.
Rohre sind als Erzeugnisse einzustufen. Stoffe in Erzeugnissen müssen nur dann registriert werden, wenn sie unter normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen freigesetzt werden. Das ist bei Legierungsbestandteilen in der Regel nicht der Fall. Weitere Erläuterungen zu den Freisetzungsbedingungen sind in der Technischen Leitlinie nach RIP 3.8 beschrieben; der Leitfaden zu den Anforderungen für Stoffe in Erzeugnissen ist in englischer sowie in deutscher Sprache verfügbar [englische Version (pdf-Datei, 0,8 MB) - deutsche Version (pdf-Datei, 1,2 MB)].
Beryllium ist als krebserzeugend (Kat. 2) eingestuft. Es ist damit zu rechnen, dass es sehr rasch in das Arbeitsprogramm der Agentur zur Aufnahme in die Liste zulassungspflichtiger Stoffe aufgenommen wird. Damit wäre ein Importeur von Erzeugnissen mit Beryllium verpflichtet, die Agentur gemäß Art. 7 Abs. 2 zu unterrichten, wenn die Mengenschwelle von 1 t/a (bezogen auf Beryllium) überschritten und es mit mehr als 0,1 % in den Erzeugnissen enthalten ist.
Diese Unterrichtung entfällt nur dann, wenn der Importeur bei normalen oder vernünftigerweise vorhersehbaren Verwendungsbedingungen einschließlich der Entsorgung eine Exposition von Mensch oder Umwelt ausschließen kann. In diesen Fällen muss er dem Abnehmer des Erzeugnisses geeignete Anweisungen nach Art. 33 geben.
Die Unterrichtung der Agentur nach Art. 7 Abs. 2 stellt keine Registrierung dar und ist auch nicht mit Kosten verbunden. Allerdings kann die Agentur in bestimmten Fällen entscheiden, dass für einen solchen Stoff in Erzeugnissen ein Registrierungsdossier vorzulegen ist.