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Reicht es bei Wartungs- und Prüftätigkeiten an CO2-Feuerlöschanlagen aus, wenn der Sauerstoffgehalt der Atemluft personenbezogen überwacht wird?

KomNet Dialog 6058

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Brandschutz > Feuerlöscher, Feuerlöschanlagen

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Frage:

Für Wartungs- und Prüftätigkeiten an CO2-Feuerlöschanlagen möchten wir die Beschäftigten mit am Körper zu tragenden Gaswarngeräten ausstatten. Reicht es aus, wenn der Sauerstoffgehalt der Atemluft überwacht wird - Alarm bei 19 Vol% Sauerstoff? Solche Geräte haben wir für andere Zwecke im Einsatz. Muss der CO2-Gehalt überwacht werden - Welche Alarmschwellen (Vol%) sind dabei zu beachten?

Antwort:

Die Überwachung des Sauerstoffgehaltes der Luft alleine ist bei Arbeiten an CO2-Löschanlagen nicht ausreichend.

CO2 hat einen Arbeitsplatzgrenzwert von 0,5 Vol-%, weil neben der Sauerstoffverdrängung auch noch eine direkte Wirkung auf das Atemzentrum des Menschen erfolgt. Der Grenzwert darf kurzzeitig bis zu 1 Vol-% überschritten werden (siehe TRGS 900 "Arbeitsplatzgrenzwerte"). Da Kohlendioxid einen eigenen Arbeitsplatzgrenzwert hat, ist nicht die Senkung des Sauerstoffgehaltes das entscheidende Kriterium, sondern die Konzentration des CO2-Wertes, die dann auch direkt durch ein geeignetes Verfahren gemessen werden muss. Rein theoretisch würde die Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes von 1 Vol-% CO2 den Sauerstoffwert von 20,8 Vol-% auf lediglich 20,6 Vol-% senken, was eine zu geringe Veränderung für eine sichere Feststellung ist.

Daher sieht auch die Neufassung der BG-Regel BGR 134 "Einsatz von Feuerlöschanlagen mit sauerstoffverdrängenden Gasen" in Nr. 5.7.1 die Messung des Löschgases und des Sauerstoffs vor einer Freigabe gefluteter Räume vor.

Zum Unfallgeschehen siehe auch:
Drescher-J; Beez-M: Gasausstroemung Sempergalerie; Unabhaengige Brandschutzzeitschrift, Band 43 (1993) Heft 12, Seite 10-11.