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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Berechnungsverfahren gibt es, um den Schalldruck an Nachbararbeitsplätzen (ISO 7770) zu ermitteln?

KomNet Dialog 6029

Stand:

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Lärm > Lärmmessungen, Grenzwerte

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Frage:

Die ISO 7779 gibt unter Punkt 8 Messverfahren für den Schalldruckpegel von Geräten am Arbeitsplatz und am Nachbararbeitsplatz vor. In der Literatur sind verschiedene Grenzwerte für Bürogeräte genannt, die sich offenbar alle auf die Werte am Arbeitsplatz beziehen. In den Datenblättern der Hersteller werden aber bevorzugt Werte für den Nachbararbeitsplatz (definiert in der ISO 7779) genannt. Gibt es einen rechnerischen Bezug dieser beiden Werte, so dass man aus den Messwerten für den Arbeitsplatz den für den Nachbararbeitsplatz errechnen kann?

Antwort:

In der EN ISO 7779 aus 2001 werden unter Punkt 8 Verfahren zur Messung von Emissions-Schalldruckpegeln am Arbeitsplatz und am Nachbararbeitsplatz festgelegt. Der von einer Maschine abgestrahlte Schall wird durch die Geräuschemission beschrieben. Es gibt zwei wichtige Kenngrößen:
- der Schallleistungspegel LWA in dB
- der Emissions-Schalldruckpegel am Arbeitsplatz LpA in dB

Der Schallleistungspegel LWA gibt an, wieviel Lärm insgesamt (in alle Richtungen) von einer Maschine abgestrahlt wird.
Der Emissions-Schalldruckpegel LpA sagt aus, wie laut es an dem der Maschine direkt zugeordneten Arbeitsplatz wäre, wenn nur der Lärm dieser Maschine dort einwirken würde. (kein anderer Maschinenlärm, keine Schall-Reflexionen von Decken oder Wänden).
Beide Kenngrößen (LWA und LpA) werden gem. den in maschinenspezifischen Normen festgelegten Betriebs(Mess)bedingungen ermittelt.

Für Geräte, deren Arbeitsbetrieb nicht von einer Bedienungsperson überwacht (oder gesteuert) werden muss, braucht kein Arbeitsplatz festgelegt werden. In diesem Fall werden mindestens vier Nachbararbeitsplätze ausgewählt und festgelegt. (gem. EN ISO 7779)
Für solche Fälle legt die o.g. Norm die Nachbararbeitsplätze in einem Abstand von 1m mittig von der Messhüllfläche (Bezugquader) nach allen vier Seiten fest.
Bei einer Kantenlänge der Messhüllfläche von 2m (1m Abstand vom Gerätemittelpunkt) würde an einem o.a. Nachbararbeitsplatz (nach theoretischer Schallausbreitungsrechnung) ein um maximal 6 dB niedrigerer Emissions-Schalldruckpegel ermittelt bzw. einwirken. Die Grundnormen DIN EN ISO 3744 und DIN EN ISO 11204 beschreiben die Verfahren zur Bestimmung der Schallleistungspegel und Emissions-Schalldruckpegel von Geräuschquellen aus Schalldruckmessungen nach dem Hüllflächenverfahren der Genauigkeitsklasse 2 für ein im wesentlichen freies Schallfeld über einer reflektierenden Ebene.

Normen erhalten sie beim Beuth-Verlag (www.beuth.de).

Stand: September 2007