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Welche Klassifizierungen gibt es bei Lasern und was sagen sie aus?

KomNet Dialog 6

Stand: 08.11.2011

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Nichtionisierende Strahlung > Laser

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Frage:

Welche Klassifizierungen gibt es bei Lasern und was sagen sie aus?

Antwort:

Um vereinfachend den Gefährdungsgrad eines Lasers abschätzen zu können, ist die Einteilung (Klassifizierung) der Laser nach der Gefährlichkeit in fünf Laserklassen hilfreich:

Klasse 1: Die zugängliche Laserstrahlung ist ungefährlich. Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch gilt der Laser oder die Lasereinrichtung als sicher. Beispiele sind: Laserscanner an Kassenarbeitsplätzen, Laserentfernungsmesser. Oftmals enthalten Lasereinrichtungen der Klasse 1 Laser höherer Klassen. Beispiele dafür sind: CD-Player, Laserdrucker, gekapselte Laser-Schweißanlagen, gekapselte Laser-Schneid-
Anlagen, gekapselte Lasertrimmanlagen. Beim Öffnen des Schutzgehäuses z.B. bei Wartung oder Instandsetzung kann sich die Laserklasse erhöhen. In einem solchen Fall müssen die der höheren Laserklasse entsprechenden Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Klasse 2: Die zugängliche Laserstrahlung liegt nur im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm). Sie ist bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25 sec) ungefährlich, auch für das Auge. Der Augenschutz ist durch den Lidreflex sichergestellt. Die Laserleistung liegt bei Dauerstrichlasern unterhalb 1 mW. Beispiele für Laserklasse 2: Laserpointer (Hinweis: Laser höherer Klassen gelten als nicht sicher, da handgehalten), Einstellhilfen für Röntgen- oder NMR-Computertomographie, Laser-Nivelierwaage, Schullaser für optische Experimente.

Klasse 3A: Die zugängliche Laserstrahlung wird für das Auge gefährlich, wenn der Strahlungsquerschnitt durch optische Instrumente verkleinert wird. Ist dies nicht der Fall, ist die ausgesandte Laserstrahlung im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm) bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (bis 0,25sec), in den anderen
Spektralbereichen auch bei Langzeitbestrahlung, ungefährlich. Die Laserleistung liegt unterhalb von 5 mW und gleichzeitig liegt die Bestrahlungsstärke unterhalb von 25 W/m². Beispiel für Laser der Klasse 3A: Vermessungslaser.

Klasse 3B: Die zugängliche Laserstrahlung ist immer gefährlich für das Auge und in besonderen Fallen auch für die Haut. Die Betrachtung diffuser Reflexe ist bei ausreichendem Abstand vom Auge und kurzer Beobachtungszeit ungefährlich. Die Laserleistung für Dauerstrichlaser liegt unterhalb von 500 mW. Beispiele: Laser für optische Experimente, Laser bei der Nachrichtenübertragung, Akkupunkturlaser.

Klasse 4: Die zugängliche Laserstrahlung ist sehr gefährlich für das Auge und gefährlich für die Haut. Auch diffus gestreute Strahlung ist im allgemeinen gefährlich. Die Laserstrahlung kann Brand- und Explosionsgefahr verursachen. Beispiele: Materialbearbeitungslaser, Diskothekenlaser, Laser in der Forschung, Chirurgielaser,
Koagulationslaser in der Augenheilkunde.

Stand: Juni 2006