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KomNet-Wissensdatenbank

Wie verhält es sich mit der Registrierung eines Stoffs, der in unseren europäischen Niederlassungen in unterschiedlichen Mengen hergestellt wird?

KomNet Dialog 5881

Stand: 21.09.2009

Kategorie: Sichere Chemikalien > Registrierung > Priorisierung bei der Registrierung

Dialog
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Frage:

Wir sind ein europaweit tätiges Unternehmen und stellen in jeder Niederlassung den gleichen Stoff (CAS-Nr.) her, jedoch in unterschiedlichen Mengen, d.h. die Registrierung des Stoffes in den einzelnen ausländischen Niederlassungen muss nicht zum gleichen Zeitpunkt erfolgen. Es gibt eine koordinierende Zentralabteilung für alle Niederlassungen. Es gibt andere Hersteller der gleichen Substanz. Welche Vor. und Nachteile ergeben sich, wenn die Registrierung für alle Niederlassungen innerhalb des kürzesten Zeitraumes erfolgt bzw. die Niederlassungen jeweils gemäß ihres niedrigeren Mengenbereichs den Stoff registrieren? Es wird in jedem Fall eine Niederlassung geben, die innerhalb der kürzesten Frist registrieren wird. Wie stellt sich die Vergabe der Registrierungsnummer dar? Können die Niederlassungen von der Registrierung der Niederlassung mit der kürzesten Frist profitieren und diese Reg.-Nr. ebenfalls für diesen einen Stoff verwenden (Eintrag im Sicherheitsdatenblatt), obwohl sie eine längere Frist nutzen könnten? Gibt es für jede der Niederlassungen eine andere Registrierungsnummer für den gleichen Stoff?

Antwort:

Da Sie die Registrierungen unter REACH für Ihre Tochtergesellschaften zentral koordinieren und eine Ihrer Teilgesellschaften immer > 1.000 Tonnen pro Jahr produziert, ergeben sich nur wenige Probleme.
- Sie bilden quasi ein "Unterkonsortium", das mit den Koproduzenten eine gemeinsame Registrierung durchführt.
- Wie für Stoffe > 1.000 Tonnen pro Jahr vorgeschrieben, müssen die Dossier-Unterlagen innerhalb von 3,5 Jahren bei der Agentur eingereicht werden. Nach Artikel 20 Ziffer 1 der REACH-VO weist die Agentur jeder Registrierung eine Eingangsnummer zu und führt dann gemäß Ziffer 2 eine Vollständigkeitsprüfung durch. Ist das Dossier unvollständig, erhält der Registrant eine Frist zur Nachbesserung.
- Sobald das Registrierungsdossier vollständig ist, weist die Agentur dem betreffenden Stoff eine Registrierungsnummer und ein Registrierungsdatum zu (Artikel 20 Ziffer 3).
Damit ist klar, dass es für gleiche Substanzen nur eine Registrierungsnummer gibt. Ihre Tochtergesellschaften können Ihre Daten und die Registriernummer mitbenutzen. Die Kostenaufteilung innerhalb Ihres Konzerns regeln Sie, die Kostenaufteilung mit den Koproduzenten werden im Konsortium geregelt.