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Wie müssen sich Gerüstbauer bei Aufbau von Gerüsten vor Absturzgefahr sichern?

KomNet Dialog 5868

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Baustellen > Gerüste, Absturzsicherungen

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Frage:

Die bei uns arbeitenden Gerüstbaufirmen geben immer an, dass sich die Gerüstbauer erst mit einer persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz sichern müssen, wenn sie einen sicheren Stand erreicht haben. Das heißt für mich, wenn die Gerüstbauer `klettern`, um an ihre nächste Position zu gelangen, bräuchten sie sich nicht zu sichern. Ich kann dazu keine Vorschrift oder änliches finden.

Antwort:

Alle Mitarbeiter, die während ihrer Arbeit einer Absturzgefährdung ausgesetzt sind, die nicht durch technische und organisatorische Maßnahmen oder kollektive Absturzsicherungen, wie Geländer, Netze, o.ä. verhindert werden können, müssen sich durch geeignete persönliche Schutzausrüstung - PSA gegen Absturz sichern. Das ist die Grundpflicht des Arbeitgebers gemäß Arbeitsschutzgesetz und gilt für alle Gefahren am Arbeitsplatz.

In der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) werden diese Regelungen im Anhang unter der Nr. 2.1 aufgeführt. Konkretisierende Anforderungen zum Schutz gegen Absturz werden in der Unfallverhütungsvorschrift BGV C 22 - Bauarbeiten- (§ 12 ff.) erläutert. Absturzsicherungsmaßnahmen sind daher zwingend erforderlich.

Gerüste dürfen nur unter Aufsicht einer befähigten Person und von fachlich geeigneten Beschäftigten auf-, ab- oder umgebaut werden, die speziell für diese Arbeiten eine angemessene Unterweisung gemäß § 9 Betriebssicherheitsverordnung erhalten haben, ....." (Ziffer 5.2.6 Anhang 2 Betriebssicherheitsverordnung).

Hinweis: Technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen (Umwehrungen, Abschrankungen, Zutrittsbeschränkungen) haben in jedem Fall Vorrang vor persönlichen Schutzmaßnahmen (Rettungsgeschirr) und auch vor arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen.