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KomNet-Wissensdatenbank

Müss für die Errichtung bestimmter Gerüstbauten eine Statik erstellt werden?

KomNet Dialog 5834

Stand: 11.12.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

Dialog
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Frage:

In unserem Unternehmen werde für viele Tätigkeiten (Wartung, Instandsetzung oder ähnliches) regelmäßig Gerüste benötigt. Dabei kommt es immer wieder vor, dass neben den Regelgerüsten Gerüste benötigt werden, die individuell errichtet werden. Bisher ist uns bekannt, dass der Errichter für die Gerüste eine Statik vorlegen muss. Nun wurde an uns als Arbeitssicherheit die Frage gestellt, wo geregelt ist, dass wir der Gerüstbaufirma eine Statik zu den Anlagen, an denen die Gerüste errichtet werden sollen, vorlegen müssen. Gibt es Regelungen, dass wir als Bestellfirma eine Statik vorlegen müssen? Wenn ja, in welchem Umfang?

Antwort:

"Es ist zu klären, ob das ausgewählte Gerüst einer allgemein anerkannten Regelausführung entspricht. Ist dies nicht der Fall, sind die Abweichungen zu beurteilen und gegebenenfalls zu berechnen."
Mit diesem Zitat aus der BGI 663 ist eindeutig festgelegt, dass die Gerüstbau-Fachfirma bei einer Ausführung eines nicht der Regelausführung entsprechenden Gerüstes, eine Statik erstellen und vorhalten muss. Bei Sondergerüsten ist es üblich, dass sich die Aufsichtspersonen der Berufsgenossenschaften bei einer Begehung  diese Statik zeigen lassen.
I.d.R. ist die Statik Bestandteil des Angebotes der Gerüstbaufirma und auf keinen Fall Aufgabe des Bestellers diese vorzulegen, da ihm die notwendige Fachkunde fehlt.

Aktuelle Anforderungen an den Gerüstbauer und den Gerüstnutzer finden Sie in der Handlungsanleitung für den Umgang mit Arbeits- und Schutzgerüsten der Bau-BG (BGI 663) bzw. gleichlautend als LASI-Leitfaden LV 37 (http://lasi.osha.de/de/gfx/publications/lv37.htm).