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Reicht für Arbeiten mit einem Freischneider ein Plexiglasvisier aus, und welches Kurzzeichen für mechanische Festigkeit muss die Sichtscheibe haben?

KomNet Dialog 5795

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Persönliche Schutzausrüstung (PSA) > Auswahl von PSA

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Frage:

Beim Umgang mit Freischneidegeräten ( mit Faden und metallischen Werkzeugen) ist geeigneter Gesichtsschutz zu tragen. Reicht ein Plexiglasvisier aus? Welches Kurzzeichen für mechanische Festigkeit muss die Sichtscheibe haben?(BGR 192).

Antwort:

Beim Mähen mit Freischneidegeräten ist persönliche Schutzausrüstung gegen Augenverletzungen und Gehörgefährdung zu benutzen (Ziffer 3.2.3 der GUV-Regel "Gärtnerische Arbeiten" - GUV-R 2109). Vgl. dazu die GUV-Regel „Benutzung von Augen- und Gesichtsschutz“ (GUV-R 192) und GUV-Regel „Benutzung von Gehörschützern“ (GUV-R 194). Vorschriften und Regeln der Unfallkassen können Sie unter http://regelwerk.unfallkassen.de einsehen. Siehe auch http://www.praevention.lsv.de/lbg/fachinfo/info_ges/Waldarbeit/12.Htm

3.1.3.1 der GUV-R 192" Augenschutz gegen mechanische Gefährdungen"
"Gegen allgemeine mechanische Gefährdungen des Auges sind Sicherheits-Sichtscheiben oder entsprechende Draht- oder Kunststoffgewebe zu benutzen. Entsprechend der kinetischen Energie (Funktion aus Masse und Geschwindigkeit) der einwirkenden Späne und Splitter gibt es verschieden geprüfte Sichtscheiben mit den Kennzeichnungen S, F, B oder A. (Siehe auch Tabellen 5 und 8 der GUV R 192).
Gelegentlich kann auch die Kombination von Kunststoff- oder Drahtgewebevisieren mit Schutzbrillen sinnvoll sein, so zum Beispiel in der Forstwirtschaft beim Umgang mit Freischneidern (Motorsensen), bei denen der Einsatz eines Gewebevisiers allein vielfach nicht ausreicht."

Gesichtsschutze (Visiere) für die Motorsägenarbeit mit Metall- bzw. Kunststoffnetz ohne geschlossene Schutzbrille bieten keinen ausreichenden Schutz vor weggeschleuderten Teilen beim Mähen mit schnelllaufenden Metallwerkzeugen (Freischneider).

Ausführliche Erläuterungen zur Kennzeichnung finden sie in dem Kapitel 3.1.4 der GUV-R 192. Als Norm wird die DIN EN 166 angewendet. Augenschutzgeräte zum Schutz gegen Teilchen hoher Geschwindigkeit müssen die Anforderungen für erhöhte Festigkeit der Norm erfüllen. Schutzschirme müssen zudem zusätzlich einen Stoß mit hoher Energie aushalten. Die Kennzeichnung besteht dann aus einer Nummern- und Buchstabenfolge, wobei die vierte Stelle die Buchstaben S, F, B oder A (= Stoß mit hoher Energie) angeben. Die Kennzeichnung findet sich in der Gebrauchsanleitung mit Erläuterungen des Herstellers.

Siehe auch die Informationen der DIN Prüf- und Zertifizierstelle http://www.dincertco.de/de/produkte_und_leistungen/produkte/augenschutz/unser_pruef_und_zertifizierungsangebot.html

Relevant ist auch die DIN EN 11 806 "Land- und Forstmaschinen – Tragbare handgeführte Freischneider und Trimmer mit Antrieb durch Verbrennungsmotor – Sicherheit". Weiter sind die Herstellerangaben zum Augen- und Gesichtsschutz zu beachten. Normen erhalten sie beim Beuth-Verlag.

Stand: Juni 2007