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KomNet-Wissensdatenbank

Kann ein Kranführer durch E-Learning seine Befähigung erhalten?

KomNet Dialog 5734

Stand: 06.06.2016

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Betriebsanweisung / Unterweisung (Arbeitsmittel)

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Frage:

Kann man durch E-Learning jemanden dazu befähigen, einen nicht ortsveränderlichen Kran zu bedienen? Der Vorgang wäre jener: Es gibt ein E-Leraning Konzept, wobei der zu Unterweisende am Schluss ein paar Fragen beantworten muss. Es werden vorher die Leute ausgesucht, die befägigt werden sollen. Reicht dies aus, um die Befähigung zu geben?

Antwort:

Relevant sind die Betriebssicherheitsverordnung und die DGUV Vorschrift 52 (bisher BGV D 6) "Krane"  mit der Durchführungsanweisung (DA). Ebenfalls wichtig ist der DGUV Grundsatz 309-003 (bisher: BGG 921) "Auswahl, Unterweisung und Befähigungsnachweis von Kranführern".
Nach § 29 der DGUV Vorschrift 52 darf der Unternehmer mit dem selbstständigen Führen (Kranführer) oder Instandhalten eines Kranes nur Versicherte beschäftigen,  
1. die das 18. Lebensjahr vollendet haben,
2. die körperlich und geistig geeignet sind,
3. die im Führen oder Instandhalten des Kranes unterwiesen sind und ihre Befähigung hierzu ihm nachgewiesen haben und
4. von denen zu erwarten ist, dass sie die ihnen übertragenen Aufgaben
zuverlässig erfüllen.

Und weiter steht in der DA zu § 29:
"Zur Unterweisung gehören außer einer theoretischen Wissensvermittlung die Gelegenheit zum Erwerb einer ausreichenden Fahrpraxis sowie der Fähigkeit, Mängel zu erkennen, die die Arbeitssicherheit gefährden.

Turmdrehkranführer gelten als unterwiesen, wenn sie an der Prüfung nach der „Verordnung über die Prüfung zum anerkannten Abschluss geprüfter Baumaschinenführer (Hochbau)“ oder an einem Kranführerlehrgang nach dem DGUV-Grundsatz 309-003 mit Erfolg teilgenommen haben. Siehe auch VDI 2194 „Auswahl und Ausbildung von Kranführern“.

Eine alleinige Unterweisung (mündlich, E-Learning, etc.) scheint hier allerdings nicht als ausreichend zu sein, da nur die theoretischen Kenntnisse vermittelt werden können. Nach dem DGUV-Grundsatz (Ziffer 3.1 und 3.3.ff) wird klar, dass die Unterweisung aus einem theoretischen und praktischen Teil besteht. Diese Unterweisung (Ausbildung) schließt mit einer Prüfung ab. Die erfolgreiche Prüfung nach der Unterweisung ergibt dann die Befähigung.

Die Berechtigung zum Führen eines Kranes setzt immer eine Beauftragung durch den Unternehmer voraus.