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Müssen alle Krane mit Fahrtrichtungskennzeichnung ausgestattet, und muss bei wiederkehrenden Prüfungen immer das max. Lastgewicht angehängt werden?

KomNet Dialog 5651

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Prüfungen (1.13) > Prüfpflichtige Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Frage 1.: Müssen alle Krane bzw. Krananlagen mit Fahrtrichtungskennzeichnung ausgestattet sein ( Richtungspfleile auf der Kranbahn ) Frage 2.: Muss bei jeder wiederkehrender Prüfung durch bef. Personen an Krananlagen ( Portal,- Decken-, Brücken- und Schwenkarmkrane, immer das Maximale Lastgewicht als Prüfinhalt angehängt werden. ( hoher Aufwand, nicht im Werk vorhanden )

Antwort:

Zur Frage 2.) Die Anforderungen an den Betrieb insbesondere die Prüfung von Krananlagen ergeben sich u.a. aus der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV.

Nach § 3 Abs. 3 i. V. mit Anhang 2 der BetrSichV hat der Arbeitgeber auf Grund der Gefährdungsbeurteilung, der Herstellerinformationen und der vorgesehenen Betriebsweise Art, Umfang und Fristen von Prüfungen sowie die prüfende Person festzulegen. Dabei hat er insbesondere die Gefährdungen zu berücksichtigen, die mit der Benutzung des Arbeitsmittels selbst verbunden sind und die am Arbeitsplatz durch Wechselwirkungen der Arbeitsmittel untereinander oder mit Arbeitsstoffen oder der Arbeitsumgebung hervorgerufen werden. Prüfverpflichtungen ergeben sich dann aus § 10 der BetrSichV. Prüfungen nach § 10 BetrSichV sind von befähigten Personen vorzunehmen. Vergleiche auch die Technischen Regeln für Betriebssicherheit - TRBS, z.B. TRBS 1201 "Prüfungen von Arbeitsmitteln und überwachungsbedürftigen Anlagen" und TRBS 1203 "Befähigte Personen" (www.baua.de/TRBS/).

Bei der Ermittlung und Durchführung der Prüfungen ist die UVV - BGV D 6 "Krane" (§§ 25, 26) zu berücksichtigen. Siehe auch die Informationen des Fachausschuss unter http://www.bghm.de/arbeitsschutz/fachausschuesse/maschinenbau-hebezeuge-huetten-und-walzwerksanlagen-mhhw/sachverstaendige-fuer-die-pruefung-von-kranen.html.

Der berufsgenossenschaftliche Grundsatz BGG 905 "Prüfung von Kranen" unterscheidet die Prüfung durch den Hersteller, mit dem Ziel einen ordnungsgemäßen (EG-konformen) Kran dem Betrieb zu übergeben (Teil 1) und den Prüfungen im Betrieb, die die sichere Benutzung des Kranes während der Betriebszeit gewährleisten soll (Teil 2).

Die Prüfungen durch den Betreiber werden im Teil 2 der BGG 905 ausführlich beschrieben. Nach Ziffer 5.4.5 müssen wiederkehrende Prüfung u.a. enthalten: - Funktions- und Bremsproben mit Last, wobei die Prüflast in der Nähe der höchstzulässigen Tragfähigkeit liegen muss.

zur Frage 1.) Grundsätzlich ist eine solche Kennzeichnung sinnvoll. Die Ausführung kann je nach der Art und der Anzahl der Bewegungsachsen variieren. Wir empfehlen die aktuell gültigen Anforderungen mit dem zuständigen Fachausschuss abzustimmen. Den Fachausschuss "Maschinenbau, Hebezeuge, Hütten- und Walzwerksanlagen"  (FA MHHW) erreichen sie unter http://www.bghm.de/arbeitsschutz/fachausschuesse/maschinenbau-hebezeuge-huetten-und-walzwerksanlagen-mhhw.html.