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Welche hygienischen Aspekte sind bei der Sortierung von Alttextilien zu beachten?

KomNet Dialog 565

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Belastungen durch Biostoffe > Gefährdungen, Belastungen (6.2)

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Frage:

Bei einer Sortieranlage für Altkleider werden in der Grobsortierung die in Säcken abgefüllten Kleider von Hand aufgerissen. Welche hygienischen Voraussetzungen sind zu beachten und welche Arbeitsschutzmaßnahmen müssen umgesetzt werden?

Antwort:

Die Tätigkeit der Grobsortierung von Altkleidern ist im Wesentlichen aus folgenden Gründen ein nicht gezielter Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen nach den Vorschriften der Verordnung über biologische Arbeitsstoffe (Biostoffverordnung – BiostoffV):

 1. Infektionsgefahr durch Keime wie z. B. Bakterien, Pilze und Gefahr des Befalls durch Ektoparasiten wie z. B. Läuse und/oder Flöhe

 2. Verletzungsgefahr durch in der Kleidung verbliebene Fremdgegenstände Wie z. B.

     gebrauchte, mit HIV/Hepatitiserregern u. ä. kontaminierte Spritzen

 3. Gefahr von Allergien durch Staubentwicklung, Schimmelpilze u. ä.  

Damit muss der Betreiber vor Beginn der Tätigkeit eine Gefährdungsbeurteilung erstellen, in der die möglichen Gefährdungen und deren Abhilfe behandelt werden. Dabei erkennt er, welche der v. g. Gefährdungen an welchem Arbeitsplatz konkret auftreten und wie er ihr am besten begegnen kann. so ist zum Beispiel das Aufreißen der Kleidersäcke von Hand nicht mehr Stand der Technik und unter betriebswirtschaftlichen Aspekten auch viel zu teuer. In den Technischen regeln für biologische Arbeitsstoffe (TRBA) der Reihe 200 sind diese Tätigkeiten bislang nicht berücksichtigt. Sie können jedoch als Orientierungshilfe für diese Problematik herangezogen werden.

Die TRBA können u. a. auf der Homepage der BAuA unter http://www.baua.de eingesehen und ggf. heruntergeladen werden.


  Stand: 21.10.2005