Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Wie ist „Exposition“ definiert?

KomNet Dialog 5625

Stand: 23.09.2009

Kategorie: Sichere Chemikalien > Begriffsbestimmungen > Produkttypen

Dialog
Favorit

Frage:

Wie ist „Exposition“ definiert? Wir haben folgende Anwendungsfälle: Unsere gesinterten Formkörper befinden sich in Elektromotoren, die z.B. in Kfz eingebaut werden. Ferner kommen Pulver zum Einsatz für die Einbindung in Matrixmaterialien, diese werden durch eine Matrix „gecoatet“/ vollständig umschlossen; z.B. in magnetischen Kühlschrankdichtungen. Kann ich für beide Anwendungsfälle davon ausgehen, dass somit im Normalfall keine Exposition für den Endverbraucher gegeben ist? In welchem Umfang betreffen die Expositionskriterien die Hersteller der Elektromotoren bzw. die Compoundeure, welche die Pulver in die Matrixmaterialien einarbeiten? Die Frage scheint sehr konstruiert zu sein, aber ich bin mir nicht sicher, wie Exposition definiert ist: muss ich in die Expositionsbewertung einbeziehen, dass jemand z.B. sein Kfz durch einen Unfall in einem See versenken könnte bzw. seine alte Kühlschrankdichtung im Garten vergräbt und somit ein Expositionspotential in die Umwelt besteht?

Antwort:

Exposition bedeutet das Vorhandensein von Stoffeinflüssen auf Mensch und Umwelt. In Bezug auf die Definition des Begriffes Exposition unter REACH hilft Ihnen vielleicht die Definition des Begriffes Expositionsszenario in Artikel 3 Nr. 37 weiter. Demnach ist ein Expositionsszenario die Zusammenstellung von Bedingungen einschließlich der Verwendungsbedingungen und Risikomanagementmaßnahmen, mit denen dargestellt wird, wie der Stoff hergestellt oder während seines Lebenszyklus verwendet wird und wie der Hersteller oder Importeur die Exposition von Mensch und Umwelt beherrscht oder den nachgeschalteten Anwendern zu beherrschen empfiehlt. Diese Expositionsszenarien können ein spezifisches Verfahren oder eine spezifische Verwendung oder gegebenenfalls verschiedene Verfahren oder Verwendungen abdecken.

Sie sollten mit Ihren nachgeschalteten Anwendern diskutieren, inwieweit Mensch und Umwelt durch die Anwendung Ihres Stoffes belastet werden können. Dies gilt spezifisch bezogen auf die jeweilige Anwendung. Da Sie als Stoffproduzent oft nur unzureichend die Verfahren Ihrer nachgeschalteten Anwender kennen, sollten diese Ihnen die möglichen Expositionswege mitteilen.

In Matrixmaterialien wird Ihr Stoff mit hoher Sicherheit nicht freigesetzt werden. Gleiches scheint uns auch für die Anwendung in Elektromotoren zu gelten.
Sie können natürlich nicht ausschließen, dass Endverbraucher Ihren Stoff unsachgemäß behandeln, aber das liegt auch nicht im Einflussbereich des Herstellers. Sie sind nur gehalten, die Regelverwendung zu beleuchten und gegebenenfalls von bestimmten Anwendungen abzuraten bzw. auf die Gefahren des Stoffes aufmerksam zu machen.