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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Vorschriften sind bei einem Notstromaggregat zu beachten?

KomNet Dialog 5617

Stand: 20.08.2009

Kategorie: Arbeitszeit, Arbeitsbedingungen > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (8.5) > Rechtsvorschriften

Dialog
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Frage:

Zur Sicherstellung der Stromversorgung werden im Unternehmen Notstromaggregate (NEA) (Diesel) eingesetzt. Die Abgase werden über Abgasrohre in ca. 5 m Höhe abgeführt. Bisher gab es keine Probleme. Nun wurden jedoch bei einem Probelauf die Abgase durch Wind in die geöffneten Fenster in die Räume eines ca. 50 m entferntes Bürogebäude geweht. Es kam zu einer Belästigung der betroffenen Beschäftigten. Da hier eine Witterungsabhängigkeit vorliegt, ist die mögliche DME-Belastung kaum bzw. schwer reproduzierbar. Um eine Gefährdung der Beschäftigten in dem Bürogebäude durch die DME auszuschließen, ist eine Betrachtung der technischen Anlage (NEA) der erforderlich. Welche Vorschriften (UVV, TRGS, BO, BImschV, DIN) sind zu beachten?

Antwort:

Die anzuwendenden Vorschriften für Notstromaggregate finden sie in den Dialogen der KomNet-Datenbank. Ergänzend dazu unterliegt ein Notstromaggregat in einer Arbeitsstätte auch der Arbeitsstättenverordnung (Sicherheitseinrichtung nach § 4 Abs. 3) und bei Sonderbauten ( Verkaufsstättenverordnung NRW (§ 19)Versammlungsstättenverordnung NRW (§ 14), Hochhausverordnung NRW (§ 11), etc.) den jeweiligen Sonderbauvorschriften der Bundesländer. Darüber hinaus sind immissionsschutzrechtliche Vorschriften zu beachten. Hierzu empfehlen wir die zuständigen Umweltbehörden anzusprechen (siehe nachfolgend).
Wenn die Funktionsweise der Notstromaggregate technisch in Ordnung ist, gibt es keinerlei Beanstandungen aus der Sicht des Arbeitsschutzes. Es können jedoch zusätzliche technische Maßnahmen in Betracht gezogen werden.
- Verlängerung des Abgasrohres
- Notstromaggreat mit einem Partikelfiltersystem ausrüsten
- Einstellungsüberprüfung des Dieselaggregates
Ansonsten ist es als höchst unwahrscheinlich anzusehen, dass derartige Irritationen durch Wind erneut auftreten werden.
Für die Überwachung der Belastungen, die durch Dieselmotoremissionen in einen Nachbargebäude auftreten, sind die Umweltämter zuständig.