Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Behalten die Anforderungen der TRGS 220 an die Notrufnummer unter REACH ihre Gültigkeit oder ergeben sich hier Änderungen (Erleichterungen)?

KomNet Dialog 5581

Stand: 23.09.2009

Kategorie:

Dialog
Favorit

Frage:

Es stellt sich die Frage, inwieweit sich unter REACH zur derzeitigen Anforderung an die im Sicherheitsdatenblatt angegebene Notrufnummer eine Änderung ergibt. TRGS 220 fordert derzeit deren 24-stündige Erreichbarkeit und spiegelt die Anforderungen an die zu erreichende Kontaktperson wider. Anhang II von REACH schreibt nichts über eine ganztägige Erreichbarkeit der Notrufnummer vor. Unsere Frage: Behalten die Anforderungen der TRGS 220 an die Notrufnummer unter REACH ihre Gültigkeit oder ergeben sich hier Änderungen (Erleichterungen)?

Antwort:

Eine gesetzliche Regelung, dass die Notrufnummer 24 Stunden am Tag erreichbar sein muss, ist in REACH nicht enthalten. Aus dem Verständnis heraus muss sich jedoch die Notrufnummer von der „normalen“ Telefonnummer unterscheiden. Das ergibt sich schon allein aus dem Umstand, dass eine eigene Ziffer mit der Überschrift „Notrufnummer“ im Anhang II geschaffen wurde.
Damit wird beabsichtigt, eine direkte Informationsmöglichkeit für den Notfall, unter Umgehung einer Telefonzentrale, anzubieten. Wie das umgesetzt wird, bleibt dem Unternehmen überlassen.
Handelt es sich z.B. um ein größeres Unternehmen, ist es nicht ausreichend, eine Zentralnummer als Notrufnummer anzugeben. Erfahrungsgemäß würde es in einem Betrieb mit vielen Produkten zu lange dauern, bis jemand gefunden ist, der kompetent Auskunft geben kann.
Da aber der Zeitpunkt eines Notfalls definitionsgemäß nicht zu bestimmen ist, sollte der Betrieb, im Interesse gegenüber seinen Kunden, Vorkehrungen treffen, dass die für den Notfall benötigten Informationen auch außerhalb der Bürozeiten abrufbar sind. In Anlehnung an die bisherige Praxis könnten diese Aufgabe weiterhin die Giftinformationszentralen wahrnehmen.