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KomNet-Wissensdatenbank

Fallen Schwefelmineralwässer und Thermalsohle zur Behandlung in einm Kurbad unter die Biostoffverordnung?

KomNet Dialog 5514

Stand: 04.05.2007

Kategorie: Belastungen durch Biostoffe > Rechts- und Auslegungsfragen, Sonstiges (6.1) > Sonstiges (6.1.3)

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Frage:

In unserem Kurbad werden nachstehende Stoffe zur Behandlung verwendet: a) Schwefelmineralwasser für Wannenbäder b) Thermalsole 27% für Wannenbäder c) Thermalsole 3% für Hallenbad Handelt es sich bei diesen Arbeitsmitteln um Stoffe gem. Biostoffverordnung bzw. sind die Vorschriften und Regeln gem. BGR 250 anzuwenden?

Antwort:

Bei Thermalsole und Schwefelwasser selbst handelt es sich nicht um biologische Arbeitsstoffe i.S. der Biostoffverordnung - BioStoffV.
Biologische Arbeitsstoffe sind Mikroorganismen..., Zellkulturen und humanpathogene Endoparasiten, die beim Menschen Infektionen, sensibilisierende oder toxische Wirkungen hervorrufen können.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz ist in der Kurklinik allerdings zu beurteilen, in wieweit bei der Behandlung von Patienten ungezielte Tätigkeiten i.S. der BiostoffV durchgeführt werden. Zu den Tätigkeiten i.S. der BioStoffV zählt u.a. auch der berufliche Umgang mit Menschen, wenn bei diesen Tätigkeiten biologische Arbeitsstoffe freigesetzt werden können und dabei Beschäftigte mit den biologischen Arbeitsstoffen direkt in Kontakt kommen können (z.B. Körperflüssigkeiten, -ausscheidungen).
Wenn Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen durchgeführt werden, sind hier insbesondere die TRBA 400 (....Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung..) und die TRBA 250 anzuwenden.