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Wie müssen Steigleitern gesichert werden? Sind Kunststoffketten an der Austrittsstelle zulässig?

KomNet Dialog 5484

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

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Frage:

Steigleitern sind an der Austrittsstelle mit einer Absturzsicherung zuversehen. Wie muss dies umgesetzt werden? Stimmt es, dass Kunststoffketten hierfür nicht zulässig sind? Wo ist diese Forderung zu finden?

Antwort:

Bei der Beschäftigung von Arbeitnehmern in einer Arbeitsstätte ist hier die Verordnung über Arbeitsstätten – ArbStättVrelevant. Anforderungen an Steigleitern finden sich unter Ziffer 1.11 des Anhangs zur ArbStättV. 1.11 Steigleitern, Steigeisengänge:
Steigleitern und Steigeisengänge müssen sicher benutzbar sein. Dazu gehört, dass sie
a. nach Notwendigkeit über Schutzvorrichtungen gegen Absturz, vorzugsweise über Steigschutzeinrichtungen verfügen,
b. an ihren Austrittsstellen eine Haltevorrichtung haben,
c. nach Notwendigkeit in angemessenen Abständen mit Ruhebühnen ausgerüstet sind.

Die erforderlichen Maßnahmen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Betriebssicherheitsverordnung (§ 3 BetrSichV) festzulegen. In die Gefährdungsbeurteilung sind die Arbeitsstättenrichtlinien, hier die ASR 20 "Steigeisengänge und Steigleitern www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/16486/ ", die BGR 177 "Steiggänge für Behälter und umschlossene Räume"  und die BGR 198 "Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz"http://publikationen.dguv.de als Regel der Technik heranzuziehen. Siehe auch die Mindestvorschriften für die Benutzung von Arbeitsmitteln an hochgelegenen Arbeitsplätzen in Anhang 2 Nr. 5 ff. der Betriebssicherheitsverordnung.

Steigeisengänge und Steigleitern mit mehr als 5 m Absturzhöhe müssen,......, Einrichtungen zum Schutz gegen Absturz von Personen haben. (z.B. durch Steigschutzeinrichtungen, Rückenschutz, etc.). Steigeisengänge und Steigleitern müssen an ihren Austrittsstellen eine Haltevorrichtung haben, die sicheres Ein- und Aussteigen ermöglicht, z. B. Haltestange oder -griff. (Ziffer 6 ASR 20).

In der BGR 198 steht unter 5.3.7:
Befinden sich Ein- bzw. Ausstiegsstellen in einem absturzgefährdeten Bereich verhindern die Endsicherungen ein unbeabsichtigtes Verlassen der Führung. 

Weiterhin werden Steigleitern in frei zugänglichen Bereichen in der Regel mit einer abschließbaren Einrichtung für den unbefugten Zugang gesperrt. Hier reicht auf keinen Fall eine Kette als Absperrung, insbesondere wenn davon ausgegangen werden kann, dass nicht unterwiesene Personen diesen Steiggang benutzen könnten. Dies ist völlig unabhängig von einer Absturzgefahr am Einstieg.
Steigleitern müssen sowohl im unteren Bereich als auch am oberen Ende mit einer Ausstiegssicherung versehen werden. Hier ist es bereits zu schweren Unfällen gekommen, wenn dem Nutzer unbeabsichtigt der Steigschutzläufer aus der Schiene läuft.