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KomNet-Wissensdatenbank

Müssen für importierte Zubereitungen mit Gefährdungen für private Anwender erweiterte Sicherheitsdatenblätter und Stoffsicherheitsberichte erstellt werden?

KomNet Dialog 5476

Stand: 25.09.2009

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Wir sind ein Unternehmen, welches gefährliche Zubereitungen für den privaten Anwender importiert (z. B. Waschmittel). Muss man dafür ein erweitertes Sicherheitsdatenblatt und einen Stoffsicherheitsbericht erstellen?

Antwort:

Aus dem Nicht-EU-Ausland importierte Stoffe sind registrierungspflichtig, wenn sie in Mengen von über 1 Tonne pro Jahr importiert werden. Dies gilt auch für die Stoffe, die in Zubereitungen enthalten sind (nicht für die Zubereitung selbst). Mit dem Registrierungsdossier muss bei Stoffen, die in Mengen von mehr als 10 Tonnen pro Jahr importiert werden, ein Stoffsicherheitsbericht eingereicht werden. Bei gefährlichen Stoffen gehört zu diesem Stoffsicherheitsbericht auch eine Expositionsbeurteilung mit Auswertung der verschiedenen Verwendungskategorien. Wenn die von Ihnen vorgesehene Verwendung von den Stoffsicherheitsberichten der in der Zubereitung enthaltenen Einzelstoffe abgedeckt ist, so muss für diese Zubereitung kein zusätzlicher Stoffsicherheitsbericht erstellt werden.
Ein erweitertes Sicherheitsdatenblatt muss für diese gefährlichen Zubereitungen erstellt werden. Dieses basiert auf den Informationen der Sicherheitsdatenblätter der Einzelstoffe, oder in Ihrem Fall kann es auch auf den Informationen des Stoffsicherheitsberichtes beruhen.
Sofern dies von einem Händler oder nachgeschalteten Anwender nicht verlangt wird, braucht ein Sicherheitsdatenblatt nicht erstellt zu werden, wenn die Zubereitung der breiten Öffentlichkeit angeboten oder verkauft wird (also dem privaten Anwender), sofern die Zubereitung mit ausreichenden Informationen versehen ist, die es dem Anwender ermöglichen, die erforderlichen Maßnahmen für den Schutz der menschlichen Gesundheit und für die Sicherheit der Umwelt zu ergreifen.