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KomNet-Wissensdatenbank

Sind Schutzverteiler auf Baustellen mit allen nötigen Schutzfunktionen ausgerüstet? Wie kann ein Laie dies erkennen?

KomNet Dialog 5457

Stand: 27.09.2011

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Sichere Benutzung der Arbeitsmittel

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Frage:

Gemäß BGI 608 ist es erlaubt, auf kleinen Baustellen als Speisepunkt unter anderem Schutzverteiler zu verwenden. Diese Schutzverteiler müssen unter anderen mit einer Fehlerstrom-Schutzeinrichtung < 30 mA mit Überprüfung der Schutzleiterfunktion - Spannung auf Schutzleiter - Bruch des Schutzleiter sowie Aufrechterhaltung der Schutzleiterfunktion bei Fremdspannung und einer Unterspannungsauslösung ausgestattet sein. Gibt es ein Gerät, das all diese Schutzfunktionen beinhaltet und wie erkennt der Laie ( Baufacharbeiter ) dieses Gerät.

Antwort:

Das Errichten, das Ändern und das Instandsetzen von elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln sind elektrotechnische Arbeiten, die nach § 3 Abs. 1 Satz 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Elektrische Anlagen und Betriebsmittel" (BGV A 3) grundsätzlich nur von Elektrofachkräften oder unter der Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft durchgeführt werden dürfen.

Nur eine Elektrofachkraft darf z.B. elektrische Anlagen und Betriebsmittel errichten, ändern und in Stand halten. Der Unternehmer kann für spezielle Tätigkeiten einen Elektrolaien (mit abgeschlossener Berufsausbildung) ausbilden lassen, so dass z.B. ein Küchenmonteur auch einen Elektroherd anschließen darf.
Einige wenige Aufgaben aus dem Bereich der Elektrofachkraft dürfen auch elektrotechnisch unterwiesenen Personen übertragen werden, wenn sie unter Leitung und Aufsicht einer Elektrofachkraft stehen. Weitere Informationen hierüber BGHW amgeboten.

Ein elektrotechnischer Laie darf, da ohne spezielle Ausbildung, nur noch wenig: z.B. ein- und ausschalten, Steckvorrichtungen zusammenfügen und trennen, Funktionssicherheit feststellen, erkennbare Mängel ermitteln, Schraubsicherungen, Glühlampen u. ä. einsetzen und auswechseln sowie einfach äußerliche Reinigungsarbeiten an geschlossenen Anlagen durchführen.

Der Arbeitgeber / Unternehmer oder die betrieblichen Vorgesetzten haben die Beschäftigten über die beim Umgang mit elektrischen Anlagen und Betriebsmitteln auftretenden Gefahren sowie über die Maßnahmen zu deren Abwendungen zu unterweisen. Diese Unterweisungen müssen vor dem ersten Umgang stattfinden und danach mindestens einmal jährlich wiederholt werden. Bei der Durchführung der Unterweisungen sollten sich Unternehmer und Vorgesetzte durch Elektrofachkräfte oder ggf. auch durch elektrotechnisch unterwiesene Personen unterstützen lassen.
Nach der Gefährdungebeurteilung ist der Arbeitgeber / Unternehmer für die Einrichtung der Baustelle verantwortlich und hat somit jeweils den für derartige Baustellen richtigen Baustellen-Speisepunkt zu verwenden. Bitte klären Sie die Geräteanforderung mit Ihrer Elektrofachkraft ab. Eine Auswahl und Prüfung derartiger Geräte ist durch elektrotechnische Laien nicht möglich und auch nicht zulässig.

Die Anforderungen an geeignete Speisepunkte für Baustellen sind in der BGI 608 "Auswahl und Betrieb elektrischer Anlagen und Betriebsmittel auf Bau- und Montagestellen" (Ziffer 3.2. iVm. Anhang 3) vorgegeben. siehe auch die Informationen der VDE.

In der Arbeitsmappe Bausteine der Berufsgenossenschaften der Bauwirtschaft, sind Anforderungen an derartige Einrichtungen genannt und auch beschrieben (http://www.bgbau-medien.de/bausteine/b_10/b_10.htm?qu=speisepunkte). Beispiele für Baustromverteiler finden sie in dem Artikel der BGFE - Die Brücke von 4/2004 [pdf].