Inhaltsbereich
Seitentitel

KomNet-Wissensdatenbank

Können arbeitmedizinische Vorsorgeuntersuchung beim Umgang mit Röntgengeräten eingeschränkt werden?

KomNet Dialog 5446

Stand: 04.04.2007

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

Dialog
Favorit

Frage:

Ich bin in einem Krankenhaus der Maximalversorgung im OP-Bereich tätig. Hierbei muss ich regelmäßig mit einem mobilen Röntgengerät am Patienten arbeiten. Jetzt möchte mein Arbeitgeber für mich und für meine Kollegen die jährliche arbeitmedizinische Vorsorgeuntersuchung abschaffen und sie nur auf Anfrage der Mitarbeiter durchführen. Die Begründung ist die, dass wir die jährlichen Grenzwerte nicht überschritten haben. Ist die geplante Vorgehensweise korrekt?

Antwort:

Der zuständige Strahlenschutzbeauftragte legt fest, ob eine beruflich strahlenexponierte Person der Kategorie A oder der Kategorie B zuzuordnen ist. Maßgebend bei der Zuordnung ist die Art der Tätigkeit und die zu erwartende effektive Dosis. Kann die zu erwartende effektive Dosis mehr als 6 mSv im Kalenderjahr betragen, ist die betreffende Person der Kategorie A zuzuordnen und in jährlichen Abständen einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung zu unterziehen (§ 37 Abs. 1 Röntgenverordnung-RöV).
Chirurgen, die bei Operationen regelmäßig durchleuchten, sind als beruflich strahlenexponierte Personen der Kategorie A einzustufen, auch wenn die mit amtlichen Personendosimetern gemessenen Dosen bisher unterhalb von 6 mSv im Kalenderjahr lagen. Bei der Zuordnung zur Kategorie A oder B ist ausschlaggebend, ob bei der Tätigkeit effektive Dosen von mehr als 6 mSv im Kalenderjahr auftreten können, nicht ob sie tatsächlich überschritten werden (§ 31 RöV). Bei regelmäßigen Durchleuchtungstätigkeiten im OP sind die Expositionsbedingungen so, dass effektive Dosen mehr als 6 mSv im Kalenderjahr auftreten können.