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KomNet-Wissensdatenbank

Wie werden die Sicherheitsdaten von einzelnen Rohstoffen miteinander zu einem Stoffsicherheitsbericht verknüpft?

KomNet Dialog 5437

Stand: 25.09.2009

Kategorie:

Dialog
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Frage:

Wir stellen für den Privatanwender als gefährlich klassierte Zubereitungen her, die wir aus der Schweiz einführen. Für diese Produkte müssen wir einen Stoffsicherheitsbericht erstellen. Unsere Produkte enthalten bis zu 10 als gefährlich klassierte Rohstoffe. Wie werden nun konkret die Sicherheitsdaten von den einzelnen Rohstoffen miteinander zu unserem Stoffsicherheitsbericht verknüpft? Sind wir gezwungen, dazu eigene Tests durchzuführen?

Antwort:

Unter REACH sind Sie zukünftig verpflichtet, jeden Einzelstoff zu registrieren, der sich in einer von Ihnen importierten Zubereitung befindet, sofern Sie diesen Stoff in der Summe in einer Menge von mehr als 1 Tonne pro Jahr importieren (Art. 5 und 6 REACH-VO). Für jeden der Einsatzstoffe, der in Mengen von mehr als 10 Tonnen pro Jahr importiert wird, ist ein Stoffsicherheitsbericht zu erstellen (nicht für die Zubereitungen!). Wenn diese Einzelstoffe als gefährlich einzustufen sind, ist im Rahmen der Stoffsicherheitsbeurteilung eine Expositionsbeurteilung und Risikobeschreibung (Umwelt, Arbeitsplatz und Verbraucher, siehe auch REACH Anhang I) durchzuführen. Im Überblick:
- Registrierung: ab 1 Tonne pro Jahr,
- Stoffsicherheitsbericht: ab 10 Tonnen pro Jahr,
- Expositionsbeurteilung: gefährliche Stoffe ab 10 Tonnen pro Jahr.
Der Stoffsicherheitsbericht basiert auf den im Rahmen der Registrierung erhobenen Daten und Studien, deren Umfang sich ebenfalls an den Stoffmengen orientiert (Artikel 12). Hier können Sie auch in die Lage kommen, Tests an Einzelstoffen durchführen zu müssen, wenn geforderte Informationen fehlen. Es gibt aber auch Möglichkeiten (bzw. bei Tierversuchen auch verpflichtend), die Kosten für solche Versuche unter mehreren Registranten des gleichen Stoffs zu teilen.
Die Einzelstoffe dürfen Sie nur dann weiterhin in Ihren Zubereitungen einsetzen, wenn der jeweilige Stoffsicherheitsbericht gezeigt hat, dass von dem Stoff bei der Anwendung der Zubereitung keine Risiken ausgehen.
Für Verbraucher sind zwar angemessene Sicherheitshinweise auf dem Produkt anzubringen, ein Sicherheitsdatenblatt ist aber nicht vorgesehen. Daher müssen Sie, solange Sie Ihre Produkte nicht an gewerbliche oder industrielle Anwender in der EU verkaufen, auch kein konsolidiertes erweitertes Sicherheitsdatenblatt für die Zubereitung erstellen.