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Welche Folgen können Röntgenuntersuchungen haben, bei denen versehentlich kein Gonadenschutz eingesetzt wurde?

KomNet Dialog 5409

Stand: 04.03.2007

Kategorie: Physikalische Belastungen und Beanspruchungen > Ionisierende Strahlung > Strahlenschutzorganisation

Dialog
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Frage:

Ich arbeite in einem Krankenhaus in der Radiologie und habe bei einer 56-jährigen Patientin Schädelaufnahmen angefertigt. Bei Schädel-Ap-Aufnahme habe ich versehentlich den Gonadenschutz bei der Patientin nicht angelegt. Bei den folgenden Aufnahmen hatte die Patietin aber diesen Schutz. Da die Aufnahmen nicht den Körperstamm betroffen haben und die Patietin nicht mehr im gebärfähigen Alter ist, könnte man eine Aufnahme ohne Gonadenschutz tolerieren? Welche Folgen können durch den fehlenden Schutz eintreten?

Antwort:

Nach der Röntgenverordnung dürfen Arzthelferinnen mit der Anfertigung von Röntgenaufnahmen nur dann beauftragt werden, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen und diese regelmäßig aktualisieren. Selbst wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, darf eine Arzthelferin nur unter ständiger Aufsicht und Verantwortung eines fachkundigen Arztes tätig werden. Die Verantwortung trägt der aufsichtsführende fachkundige Arzt, der Strahlenschutzverantwortliche und der Strahlenschutzbeauftragte. Diese haben dafür Sorge zu tragen, dass ausreichend fachkundiges Personal in allen Diensten anwesend ist.

Weiterhin ist bei der Strahlenschutzunterweisung und in der Arbeitsanweisung auf das Anlegen von Schutzkleidung am Patienten hinzuweisen. Diese Anweisungen sind von den Beschäftigten zu beachten.
Aus Sicht des Strahlenschutzes trägt das Anfertigen einer Röntgen-Schädelaufnahme ap ohne Schutzkleidung nur geringfügig zur Erhöhung der effektiven Dosis des Patienten bei. Die entstehende Röntgenstreustrahlung bei einer Schädelaufnahme am sitzenden oder liegenden Patienten wird im wesentlichen im Körper des Patienten gestreut und kann durch Schutzkleidung nicht abgeschirmt werden. Der von außen auf den Körper einwirkende Streustrahlenanteil ist dagegen sehr gering.
Fazit: Schutzkleidung reduziert grundsätzlich die Strahlenexposition des Patienten. Wurde bei einer dieser Aufnahmen die Schutzkleidung nicht angelegt, erhöht sich die effektive Dosis jedoch nur nur geringfügig.