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Welche Anforderungen sind hinsichtlich des Ex-Schutzes eines Labormischers zu beachten?

KomNet Dialog 5406

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Ein 20-L-Labormischer wird für das Mischen von Pulvern verwendet. Probleme sind hier zukünftige Mischungen mit einem Organikanteil >20% oder fehlende Ex-Daten zu den Stoffen. Im Zuge des Explosionsschutzes soll daher der Mischer mit Stickstoff intertisiert werden. Der Mischer muss lediglich mit einer weiteren Muffe vom Hersteller ergänzt werden. Welche Anforderungen müssen wir hierbei beachten? Muss hierzu eine ATEX- Bescheinigung für den Mischer vorliegen? Wenn ja, wer stellt diese aus?

Antwort:

Anhand der von Ihnen gemachten Angaben wird angenommen, dass der vorhandene Labormischer eine Maschine im Sinne der  Maschinenverordnung - 9. GPSGV in Verbindung mit der Maschinenrichtlinie 98/37/EG darstellt.
Durch die von Ihnen geplante Inertisierung ist davon auszugehen, dass diese Maschine wesentlich verändert wird und dass durch die zusätzlichen Gefahren aus dem Bereich des Explosionsschutzes der Mischer auch in den Anwendungsbereich der Explosionsschutzverordnung (11. GPSGV)  i.V.m. der Richtlinie 94/9/EG (ATEX) fällt. Dementsprechend ist durch den Hersteller das entsprechende, in Artikel 8 beschriebene, Konformitätsbewertungsverfahren anzuwenden, bevor die neue CE- Kennzeichnung vorgenommen wird. Anhand der gemachten Angaben ist anzunehmen, dass es sich um ein Gerät der Gerätegruppe II Kategorie 1 handelt (siehe Anhang I).
Falls der Betreiber selbst die wesentliche Veränderung des Mischers vornimmt, ist der Betreiber für die Einhaltung der 11. GPSGV verantwortlich und übernimmt dementsprechend die Herstellerpflichten.