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KomNet-Wissensdatenbank

Welche Dinge müssen wir als Hersteller elektronischer Baugruppen registrieren lassen? Brauchen wir Sicherheitsdatenblätter?

KomNet Dialog 5346

Stand: 25.09.2009

Kategorie: Sichere Chemikalien > Registrierung > Artikel, Produkte, Erzeugnisse

Dialog
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Frage:

Wir sind Hersteller elektronischer Baugruppen und beziehen entsprechende Materialien von Herstellern/Distributoren innerhalb und außerhalb der EU (z.B. China): Bezug von Leiterplatten, elektrischen/elektronischen Bauteilen, mechanischen Komponenten, Fertigungshilfsstoffen (bevorzugt Lotlegierungen) Die Leiterplatten werden mit Bauteilen bestückt und gelötet. Danach erfolgt die Lieferung an weitere gewerbliche Kunden (B2B) oder an den Endverbraucher innerhalb der EU oder außerhalb. Was müssen wir im Rahmen von REACH tun/beachten? Müssen wir gewisse Dinge, Stoffe etc. registrieren lassen? Brauchen wir Sicherheitsdatenblätter?

Antwort:

Grundsätzlich muss unterschieden werden, ob Ihre Waren aus der EU stammen oder von außerhalb der EU kommen. Beziehen Sie die Waren aus der EU, so sind Sie als Hersteller von elektronischen Baugruppen im Sinne von REACH ein klassischer "nachgeschalteter Anwender“. Beziehen Sie die Waren außerhalb der EU, so sind Sie ein "Importeur".
Lieferungen aus der EU:
Hier sollten Sie davon ausgehen dürfen, dass die Produkte entsprechend den gesetzlichen Vorschriften hergestellt sind, d.h. die enthaltenen Stoffe das REACH-Verfahren durchlaufen haben. Bei Stoffen und Zubereitungen erkennen Sie dies u.a. an der im Sicherheitsdatenblatt (SDB) mitgelieferten Registriernummer. Ihre Aufgabe besteht darin zu prüfen, ob die in den SDB enthaltenen Vorschriften für den sicheren Umgang von Ihnen eingehalten werden und Ihre Anwendung durch das SDB abgedeckt ist.
Lieferung von außerhalb der EU:
Beziehen Sie die Bauteile, Stoffe und Zubereitungen über einen in der EU ansässigen Importeur, gilt das oben gesagte entsprechend.
Sind Sie selbst der Importeur, so müssen Sie importierte Stoffe und die Stoffe in importierten Zubereitungen selbst registrieren (ab 1 Tonne pro Jahr). Dies trifft z.B. auf die Lotlegierungen zu. Dabei ist es wichtig, die Stoffe gemäß Artikel 28 vorzuregistrieren.
Bei den Bauteilen ist Artikel 7 zu beachten. Sind in den Bauteilen Stoffe enthalten, die bestimmungsgemäß freigesetzt sollen, so sind diese ab einer Menge von 1 Tonne pro Jahr zu registrieren (Artikel 7, Absatz 1). Enthalten die Bauteile zulassungspflichtige Stoffe nach Artikel 57 und Anhang XIV [mehr als 1 Tonne pro Jahr und in Konzentrationen über 0,1 Masseprozent (w/w)], so müssen Sie diese der Agentur anzeigen (Artikel 7, Absatz 2). Die Agentur kann dann gemäß Artikel 7, Absatz 5 eine Registrierung verlangen.
Für SDB allgemein gilt das bereits heute vorgeschriebene.