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Darf eine Gießerei, die Getriebteile für die Autoindutrie herstellt, Druckprüfungen dieser Teile selber durchführen?

KomNet Dialog 5336

Stand: 04.03.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Benutzung von Arbeitsmitteln und Einrichtungen > Gefährdungen durch Arbeitsmittel und Einrichtungen

Dialog
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Frage:

Darf eine Gießerei, die Getriebteile für die Autoindutrie herstellt Druckprüfungen dieser Teile selber durchführen? Einmal mit 2 bar Luftdruck und im anderen Fall mit 19,8 bar Wasserdruck geprüft. Dürfen diese Tätigkeiten nur besondere Personen durchführen?

Antwort:

Aus der Anfrage lässt sich der Rückschluss ziehen, dass die zu prüfenden Bauteile nicht der 14. GPSGV (Druckgeräteverordnung)  / DRGL unterliegen, sondern dass es sich um Prüfungen zur Fertigungskontrolle bzw. zur Qualitätssicherung handelt. Die folgende Antwort basiert auf dieser Annahme.

Solche Prüfungen unterliegen den allgemeinen Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung - BetrSichV. Bei der Frage der möglichen Gefährdung von Arbeitnehmern bzw. von möglichen Schutzmaßnahmen wird man sicherlich das Regelwerk für Prüfungen nach den einzelnen Modulen der DRGL einbeziehen müssen. Dies betrifft insbesondere den Schutz für den Fall des Versagens des Gehäuses. Kritisch ist hier die Prüfung mit Luft, auch wenn der Druck nur zwei bar beträgt. Die Einzelheiten sind in einer Gefährdungsbeurteilung niederzulegen; auch die Gefährdung von Beschäftigten, die mit dem Prüfvorgang nichts zu tun haben, ist zu prüfen. Die Anforderungen an die Prüfeinrichtungen richten sich nach § 4 / § 7 BetrSichV.

Was die Qualifikation des Personals betrifft, so findet § 8 BetrSichV Anwendung, d.h. die Prüfeinrichtungen dürfen nur von dazu beauftragtem, besonders geschultem Personal bedient werden. Eine spezielle, nachzuweisende Qualifikation ist jedoch nicht erforderlich.