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Welche gesundheitlichen Folgen, auch Spätfolgen, können bei 4 Wochen Akkordarbeit ohne Schutzmaske in einer Entstaubungsanlage entstehen?

KomNet Dialog 5204

Stand:

Kategorie: Gesunde Arbeit / Arbeitsschutz > Gesundheitsschutz > Sonstige arbeitsmedizinische Fragen

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Frage:

Ich habe vier Wochen im Akkord in einer Entstaubungsanlage ohne Schutzmaske gearbeitet, davor rund ein Jahr in einer Halle, wo ich Schwebstaub, Ruß und Dämpfe eingeatmet habe. Welche gesundheitlichen Folgen, auch Spätfolgen, können hierdurch entstehen?

Antwort:

Bei der kurzfristigen Exposition sind keine gesundheitlichen Folgen zu erwarten, es ist davon auszugehen, dass bei einer gesunden nichtrauchenden Person die Bronchialschleimhaut mit dieser Belastung fertig wird. Allergische Reaktionen können allerdings nur ausgeschlossen werden, wenn sie während der 4 Wochen nicht aufgetreten sind.

Unter Langzeiteinwirkung von Ruß (PAH) wird heute eine neue BK-Nr. (BK = Berufskrankheit) diskutiert:
Lungenkrebs durch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe bei Nachweis der Einwirkung einer kumulativen Dosis von mindestens 100 Benzo(a)pyren-Jahren. Diese Dosis wurde hier nicht erreicht! Aufnahme von Lackierdämpfen - in der Regel lösemittelhaltig - über die Lunge werden in der Leber verstoffwechselt. Ein Übermaß würde sich in einer Erhöhung der Transaminasen zeigen; je nach Vorschädigung der Leber wäre das denkbar. Nach Abstellen der Exposition erfolgt ein Rückgang zu Normwerten.

Erst wenn der Selbstreinigungsmechanismus der Bronchialschleimhaut über Jahre und Jahrzehnte hinweg überfordert wird, kann das Bild einer chronischen Entzündung entstehen. Das gilt für anorganische und für organische Stäube. Einzelheiten sind der TRGS 901 zu entnehmen. 

Stand: Februar 2007