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KomNet-Wissensdatenbank

Kann ein Gaslager für Propangas und Sauerstoff direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück gebaut werden?

KomNet Dialog 5189

Stand: 15.02.2007

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Explosionsschutz, Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen > Sicherheitstechnische Anforderungen, Sicherheitseinrichtungen

Dialog
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Frage:

Welcher Sicherheitsabstand gilt für ein Gaslager zum Nachbarn? Kann ein Gaslager für Propangas und Sauerstoff (Flaschen) direkt an der Grenze zum Nachbargrundstück gebaut werden (Wohnhaus in 3 m Abstand, Umfriedung mit 2 m hohem Stabmattenzaun)?

Antwort:

Die Technische Regel für Druckgase - TRG 280 beschäftigt sich mit dem Betreiben von Druckgasbehältern. Zur Gültigkeit der TRG 280 siehe die Dialoge in der KomNet-Wissensdatenbank.

Druckgasbehälter dürfen nach Ziffer 5.1.3 TRG 280 nicht gelagert werden :
– in Räumen unter Erdgleiche,
– in Treppenräumen, Haus- und Stockwerksfluren, engen Höfen sowie Durchgängen und Durchfahrten oder in deren unmittelbarer Nähe,
– an Treppen von Freianlagen,
– an besonders gekennzeichneten Rettungswegen,
– in Garagen und
– in Arbeitsräumen.
Zu den Arbeitsräumen gehören nicht Lagerräume, auch wenn dort Arbeitnehmer beschäftigt sind.

Weiterhin dürfen nach Ziffer 5.1.5 TRG 280 die Läger nicht dem allgemeinen Verkehr zugänglich sein. Unbefugten ist das Betreten der Läger zu verbieten. Auf das Verbot ist durch Schilder hinzuweisen.

Werden mit brennbaren oder sehr giftigen Gasen gefüllte Druckgasflaschen oder -fässer im Freien gelagert, so müssen diese allseits von einem Schutzbereich umgeben sein. Diese Schutzbereiche sind für Druckgasbehälter mit brennbaren Gasen Zone 2 nach Betriebssicherheitsverordnung. Die Abmessungen der Schutzbereiche ergeben sich aus Tafel 2 der TRG 280.

Der Schutzbereich darf sich nicht auf Nachbargrundstücke oder öffentliche Verkehrsflächen erstrecken. Der Schutzbereich darf an höchstens zwei Seiten durch mindestens 2 m hohe öffnungslose Schutzwände aus nicht brennbaren Baustoffen eingeengt sein. Hierbei darf es sich an einer Seite auch um eine Gebäudemauer handeln, die im Schutzbereich öffnungslos sein muss. Auf die Schutzbereiche und die jeweilige Gefährdung (Explosions- oder Vergiftungsgefahr) ist durch Warnschilder hinzuweisen.

Ziffer 5.3.4 der TRG 280 bestimmt, dass bei Lagerung gefüllter Druckgasbehälter im Freien zu benachbarten Anlagen und Einrichtungen, von denen eine Gefährdung ausgehen kann, ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss.
Der Sicherheitsabstand beträgt mindestens 5 m um die Druckgasbehälter. Er kann durch eine mindestens 2 m hohe Schutzwand aus nicht brennbaren Baustoffen ersetzt werden.

Der Industriegaseverband (IGV, Köln) erarbeitet derzeit ein Merkblatt für die Lagerung von brennbaren Gasen im Gasefachhandel. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen (Fachpersonal, kein Kundenzutritt, Durchlüftung, ...) braucht die Ansammlung explosionsfähiger Atmosphäre in gefahrdrohender Menge nicht angenommen zu werden.

Ob die Lagerung zulässig ist, muss die zuständige Behörde beurteilen. Sofern es sich um eine Lagerung einer Privatperson (nicht gewerblich) handelt, sind für die Umsetzung der genannten Bestimmungen die örtlichen Ordnungsbehörden zuständig. Bei gewerblichen Charakter, d.h. bei Beschäftigung von Arbeitnehmern sind die Arbeitsschutzbehörden zuständig. Die für sie zuständige Arbeitsschutzbehörde erreichen sie unter http://www.baua.de/de/Themen-von-A-Z/Baustellen/Hilfen-fuer-Bauherren/pdf/Arbeitsschutzbehoerden.pdf?__blob=publicationFile&v=12   .