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KomNet-Wissensdatenbank

Welcher Sicherheitsabstand gilt für A-III-Flüssigkeiten zu einem Gaslager?

KomNet Dialog 5188

Stand:

Kategorie: Sichere Anlagen / Sicherer Betrieb > Entzündliche Flüssigkeiten > Lagerung entzündlicher Flüssigkeiten

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Frage:

Welcher Sicherheitsabstand gilt von einem 70 m³ AIII (Heizöl) zu einem Gaslager mit Propangasflaschen,Sauerstoffflaschen und Acetylenflaschen sowie anderen technischen, gebräuchlichen Gasen ? Der HEL-Tank steht neben einer AIII Diesel-Tanksäule mit 40 m³ Tank. 1.) Nach TRbF 40 gilt für AI,AII oder B (nach alter VbF)Abstände von mind. 10 Metern ? 2.) Was gilt nach der TRG 280 für z.B.Propangese in 33 KG Flaschen oder andere gebräuchliche technische Gase (Lager im freien)? 3.) Was ist mit (öffentlichem) Tankstellenverkehr innerhalb der Schutzzonen ? 4.) Wie müssen Explositionsschutzzonen gekennzeichnet sein ? 5.) Braucht man für ein reines Tanklager AIII (Nur Heizöl,keine Tankstelle, kein Gaslager) eine Explosionsschutzanleitung und -unterweisung für die Mitarbeiter ?

Antwort:

Der Lagertank für Heizöl und die Dieseltankstelle sind seit 2002 keine überwachungsbedürftigen Anlagen mehr. Insofern gelten die Technischen Regel für brennbare Flüssigkeiten - TRbF  rein formal nicht mehr. Sie stellen allenfalls noch eine Erkenntnisquelle dar. Schutzzonen entfallen damit gänzlich, weil die Flammpunktgrenze bei 55°C liegt.

Ein oberirdischer Tank mit 70 m³ Diesel / Heizöl stellt im Brandfall bei 10 m Abstand eine erhebliche Gefährdung für ein Gasflaschenlager dar. Diese Gefahr bedarf einer individuellen Bewertung. Schutzwände oder Schutzbleche, die die Wärmestrahlung vermindern, sind möglich (vergl. dazu das Prüfhandbuch für Flüssiggasanlagen des DVFG, dort Abschnitt 3.3.1.5. Das Buch gilt zwar primär für Lagerbehälter für Flüssiggas, ist aber in dieser Beziehung sehr gut anwendbar.).

Umgekehrt können umstürzende Flaschen den Lagertank erheblich gefährden. Hier stellt sich die Frage, wie die Flaschen in dem Lager gehandhabt werden, z.B. in Gitterboxpaletten und Transport mittels Gabelstapler, um die Gefahr des Umstürzens und eines Ventilabrisses bewerten zu können. Diese Ermittlung und Bewertung hat unter den ganz speziellen Betriebsbedingungen des Flaschenlagers zu erfolgen.

Wenn bei einer gelagerten oder umgeschlagenen entzündlichen Flüssigkeit der Flammpunkt über 55 °C liegt (wie bei Dieselkraftstoff), treten definitionsgemäß keine Explosionsgefahren auf. Entsprechend sind keine Ex-Zonen auszuweisen; damit entfallen eine Kennzeichnung und eine besondere Schulung der Mitarbeiter.

Anders sieht es bei einem Flaschenlager für brennbare Gase wie Propan aus. Die Technische Regel für Druckgase - TRG 280 die sich mit dem Betreiben von Druckgasbehältern beschäftigt ist hier immer nochmaßgebend. Zur Gültigkeit der TRG 280 siehe den Dialog 4767 der KomNet-Datenbank.

Der Industriegaseverband (IGV, Köln) erarbeitet derzeit ein Merkblatt für die Lagerung von brennbaren Gasen im Gasefachhandel. Unter ganz bestimmten Voraussetzungen (Fachpersonal, kein Kundenzutritt, Durchlüftung, ...) braucht die Ansammlung explosionsfähiger Atmosphäre in gefahrdrohender Menge nicht angenommen zu werden. Ergo ist dann auch keine Kennzeichnung als explosionsgefährdeter Bereich erforderlich.

Ein Beispiel für eine Kennzeichnung liefert die bezeichnete Schrift des DVFG in Anhang C 1; dies ist der TRF 1996 (Technische Regel Flüssiggas) entnommen.