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KomNet-Wissensdatenbank

Bereitschaftsdienste während der Schwangerschaft in einer Apotheke

KomNet Dialog 517

Stand: 04.05.2005

Kategorie: Besondere Zielgruppen > Werdende und stillende Mütter > Arbeitszeit- und Ruhepausenregelung

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Frage:

Ist es als angestellte Apothekerin erlaubt, während der Schwangerschaft Bereitschaftsdienste in der Apotheke zu übernehmen, oder ist dieses nach § 8 MuSchG nicht gestattet? Dieses umfasst auch Bereitschaftsdienste in der Nacht und an Wochenenden, die eine permanente Anwesenheit in der Apotheke erfordern.

Antwort:

Unter Arbeitszeit ist die Zeit zu verstehen, in der die Frau tatsächlich arbeitet oder dem Arbeitgeber auf dessen Weisung im Betrieb oder auf einer anderen Arbeitsstätte zur Arbeitsleistung zur Verfügung steht.

Zur Arbeitszeit gehören auch die "Arbeitsbereitschaft" und der "Bereitschaftsdienst" im Betrieb oder einer anderen Arbeitsstätte.

Bereitschaftsdienste für werdende oder stillende Mütter sind zwar nicht generell verboten. Ob sie jedoch zulässig sind, hängt im Wesentlichen davon ab, in welchem zeitlichen Umfang, zu welcher Tageszeit und an welchen Wochentagen die Arbeitnehmerin Bereitschaftsdienste leisten soll und ob ggf. andere Beschäftigungsverbote berührt werden.

Für Apotheken gilt folgendes: Werdende oder stillende Mütter, dürfen nur innerhalb der in § 8 des MuSchG genannten Grenzen beschäftigt werden, d.h.,

keine Mehrarbeit (über 8,5 Std. tgl. oder 90 Std. in der Doppelwoche).
keine Nachtarbeit (zwischen 20 Uhr abends und 6 Uhr morgens)
keine Sonn- und Feiertagsarbeit.

Abweichende Regelungen vom Verbot der Nacht- sowie der Sonn- und Feiertagsarbeit gelten nur für bestimmte Bereiche , z. B. im Hotel- und Gaststättengewerbe, im Verkehrswesen, in Krankenhäusern u.a. (§ 8 Abs. 3 und 4 MuSchG); teilweise auch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Apotheken fallen nicht unter diese Ausnahmeregelungen.

Die zuständige Aufsichtsbehörde kann jedoch in begründeten Einzelfällen auf Antrag des Arbeitgebers Ausnahmen von den o.g. Arbeitszeitbeschränkungen zulassen (§ 8 Abs. 6 MuSchG). Bevor die Behörde über den Antrag entscheidet, erhält die Arbeitnehmerin im Rahmen einer Anhörung Gelegenheit zur Stellungnahme.