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Kann aufgrund der Arbeitsstättenverordnung ein höheres Mindestmaß als die in den Landesbauordnungen geforderten 0,80 m für Fensterbrüstungen eingefordert werden.

KomNet Dialog 5161

Stand:

Kategorie: Gestaltung von Arbeitsplätzen > Arbeitsplatz- und Arbeitsstättenbeschaffenheit > Absturzsicherungen, Geländer

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Frage:

Fensterbrüstungen Kann aufgrund der Arbeitsstättenverordnung (ASR 12/1-3 `Schutz gegen Absturz`) ein höheres Mindestmaß als die in den Landesbauordnungen geforderten 0,80m für Fensterbrüstungen eingefordert werden. Bei dem betreffenden Gebäude handelt es sich um ein Gesundheitszentrum inkl. einer großen Dialyseeinheit (d.h.: mit einer großen Anzahl von Patienten, welche in erster Linie im Bett liegen, während der Dialysevorgang abläuft)

Antwort:

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) regelt Anforderungen an eine spezielle Gruppe von Gebäuden, nämlich solche, in denen Arbeitsstätten, also Orte, an denen Arbeitsplätze vorgesehen sind, eingerichtet werden. Für solche Gebäude ist die ArbStätttV gegenüber den Landesbauordnungen lex spezialis, d.h. die speziellere und damit höherrangige Vorschrift.

Daher werden für Gebäude, in denen Arbeitsplätze geplant sind, höhere Umwehrungen als Absturzsicherung gefordert als für Gebäude, in denen keine Arbeitsplätze eingerichtet werden und deshalb ausschließlich die jeweilige Landesbauordnung gilt.

Für Fensterbrüstungen in bestehenden Gebäuden kann jedoch die Fußnote 2) zu Ziffer 2.3 der ASR 12/1-3 „Schutz gegen Absturz“ herangezogen werden, wonach dort niedrigere Umwehrungen bestehen bleiben können, soweit sie den Vorschriften des Bauordnungsrechts entsprechen.

Beachten Sie jedoch bitte auch den KomNet  Dialog 1510 unserer Datenbank. Dort wird die Problematik der Fensterbrüstungen näher diskutiert. Fensterbrüstungen sind nicht ausdrücklich wörtlich in den o.g. Arbeitsstättenrichtlinien erwähnt.

Stand: Dezember 2006